Reisehinweise

Flug buchen

Flüge kosten von Deutschland aus grob zwischen 800 und 1400 Euro, je nach Jahreszeit und wie lange man vorher bucht. Direktflüge gibt es nicht. Meist muss man ein- oder zweimal umsteigen, bei KLM in Amsterdam und manchmal Guayaquil, bei Avianca in Madrid  und Bogotá und bei Iberia in Madrid und manchmal ebenfalls in Guayaquil. Das sind die 3 Hauptfluggesellschaften, mit denen man hierher kommt. Lufthansa fliegt seit neuestem auch nach Bogotá, aber die Flüge werden in den Suchmaschinen kaum gezeigt und sind sehr teuer. Sehr gute Flugzeiten sind, wenn man insgesamt 16-19 Stunden unterwegs ist; bei uns waren es eher 23 von Flughafen zu Flughafen. Über swoodoo, opodo und Co. kann man gut buchen.

Manchmal gibt es sehr günstige Flüge Madrid-Quito, also sollte man das auch mal in die Suchmaschinen eingeben (die LH-Flüge von Madrid nach Deutschland sind meist ebenfalls günstig). Wir waren mal eine Nacht in Madrid, was tatsächlich sehr angenehm war, weil wir ein flughafennahes Hotel mit Pool hatten (Novotel, an der S-Bahn zwischen Flughafen und Innenstadt) und nachmittags noch ein wenig in der Stadt waren. Der Flughafen in Madrid ist allerdings gigantisch groß und hat mehrere weit auseinander liegende Terminals, so dass man mindestens 3h zwischen den Flügen haben sollte, zumindest mit Kindern...

 

Klima und Kleidung

Sierra (Hochebene): wir wohnen auf 2400 Meter Höhe, Quito liegt nochmal 400 Meter höher. Wir 3 (mittlerweile 4) sind gut damit zurechtgekommen, wir werden aber zur Akklimatisierung für Gäste Coca-Tee bereitstellen und Knoblauchsuppe kochen. Beides ist erprobt und hilft. Auch bei Reisen ohne große bergsteigerische Aktivität kommt man leicht auf 4000-4500 Meter, daher sollte man sich vorher zumindest einige Tage an die Höhe gewöhnen und nicht sofort Touren in diese Gebiete planen.

Das Wetter ist sehr angenehm. Tagsüber hat es zwischen 25-30 Grad, nachts ca. 10-12 Grad. Das ändert sich wenig im Jahreslauf, nur in manchen Monaten regnet es für gewöhnlich nachmittags. Trockenzeit herrscht ca. zwischen Juli und September und nochmal kurz im Januar.

Mitnehmen sollte man daher Sommersachen und lange Kleidung für morgens und abends. Mehr als einen Pullover und eine Fleecejacke braucht man aber nicht. Gute Fleecejacken haben wir in normalen Größen auch zum Verleihen. Wichtig ist auch eine leichte Regenjacke und ev. ein kleiner Schirm (hier erhältlich). Wenn man vorhat den Cotopaxi (5900 Meter) zu besteigen oder gar den Chimborazo, dann braucht man natürlich mehr. Man kann aber auch alles hier leihen, je nach Größe entweder von uns oder in Trekkingagenturen. Ganz wichtig ist ein guter Sonnenschutz, also ein Hut/Kappe (evtl. über die Ohren), Sonnenbrille und eine Sonnencreme, die man auch aus D mitnehmen sollte, da dort deutlich günstiger. Wir tragen auf Reisen ins Hochland meist Turnschuhe oder leichte Trekkingschuhe (die auch nässeresistent sein sollten), das hat sich bewährt. Für Bergtouren sind natürlich anständige Wanderschuhe besser.

Strand: dort ist es meist heiß, nur im Sommer ist es an der südlichen Küste häufig nieselig-bewölkt, was schade ist, weil man dort die Wale am besten sehen kann. An der nördlichen Küste ist es aber meistens schön. Nachts kann man trotzdem ganz gut schlafen, weshalb es auch kaum Klimaanlagen in den Hotels gibt. Mitbringen: strandspezifisches; große Badetücher können wir leihen, ist einfacher.

Oriente (Amazonas-Tiefland): Dort ist es das ganze Jahr über schwül-heiß mit mehr (März/April) oder weniger Regen. Ein Muss sind Gummistiefel, die man entweder in Lodges ausleihen kann, hier günstig kaufen oder von uns ausleihen kann (Größen 39-41). Sonst empfehlen sich leichte Schuhe oder Sandalen, am besten aus Gummi, und der üblichen Moskitoschutz.

Galápagos: vom Wetter her unterschiedlich, aber meist warm. Man kann auch statt Kreuzfahrt einen Flug buchen (ca. 450 $ für Ausländer) und vom Hotel aus Ausflüge machen, das ist deutlich günstiger, nur sieht man nicht so viele verschiedene Inseln. San Cristobal muss ganz gut sein als Ausgangspunkt. Wir waren dort selbst noch nicht, aber es waren tatsächlich alle, die dort waren, hellauf begeistert, egal ob Auswanderer oder Gäste.

 

Gesundheit und Impfungen

Auf jeden Fall sollte man haben:

 

Bei längeren Aufenthalten sind zu erwägen:

 

Eine Malariaprophylaxe ist nicht sinnvoll, da Malaria ebenfalls nur sehr weit im Amazonas sowie in der Regenzeit in den sumpfigen Küstengebieten von Guayaquil vorkommt (außer, man hat vor, dorthin zu reisen, aber das hat noch kein Besuch getan) und Standby-Medikamente problemlos vor Ort besorgt werden können. Grundsätzlich gilt in allen Gebieten, in denen Mücken vorkommen ohnehin das übliche: Repellentien verwenden (es gibt hier sehr wirksame und aggressive), Moskitonetze verwenden (haben wir), helle langärmelige Kleidung tragen. Zur Zeit gibt es, besonders während der Regenmonate, auch Denguefieber-Ausbrüche an der Küste. Dagegen helfen allerdings nur die üblichen Präventionsmaßnahmen.

Es gibt in Quito und Umgebung sehr gute Krankenhäuser, die europäischen Standard haben, sowie für fast alle Spezialitäten deutschsprachige Ärzte. Auf dem Land dagegen merkt man deutlich, dass man sich in der 3. Welt befindet. Daher ist eine Auslandskrankenversicherung, die zur Not auch aus dem Dschungel zurückholt, bei teils sehr langen Strecken bei schlechten Straßenverhältnissen empfehlenswert (z.B. ADAC oder Hanse Merkur).

 

Geld

Kreditkarte: unverzichtbar, da man auch in Krankenhäusern oft nur gegen Vorlage einer Kreditkarte behandelt wird (Nachweis der Auslandskrankenversicherung reicht nicht). Es gibt in fast allen etwas größeren Dörfern/Kleinstädten VISA-Geldautomaten, die meist auch funktionieren. Wenn nicht (teilweise im Dschungel oder am Strand), steht das im Reiseführer oder wir sagen es euch. Wir heben auch sehr oft Geld mit unserer (im kompletten Ausland kostenlosen) DKB-Karte ab, ist bei uns kein Problem. Gezahlt wird allerdings so gut wie immer bar, außer in teureren Hotels. Informiert euch, wie hoch die Abhebegebühr im außereuropäischen Ausland ist. Theoretisch kann man in großen Städten manchmal auch mit EC-Karte abheben, aber da wir das nicht machen, können wir dazu leider wenig sagen.

Bargeld: auf keinen Fall größere Scheine als 20 $-Noten. Wir waren schon einmal mehrere Stunden auf der Bank mit größeren beschäftigt... Ausserdem kann schon bei 20ern kaum gewechselt werden, wenn man auf dem Markt etwas kleineres kauft oder auch einfach zum Essen geht. Wenn man die Wahl hat, lieber 10$- und 5$-Noten. Hier ist der normale US-Dollar das Währungsmittel. Ein kleiner Bauchgurt für unter der Hose ist sinnvoll, besonders bei Busfahrten. Auf Reisen ist sinnvoll, nur etwas Kleingeld in der Hosentasche zu haben und keine dicke Geldbörse mit sich herumzutragen.

Traveller-Schecks: lieber nicht; es gibt nur eine Stelle in Quito, wo man die angeblich los wird, aber hier ändert sich alles sehr schnell, so dass auch das nicht mehr sicher ist.

 

Transport

Auto: wenn wir nicht mitfahren können oder wollen: ein kleiner Mietwagen kostet etwa 40 $/Tag, je nach Versicherung (siehe z.B. bei Hertz). Ein 4x4 kostet deutlich mehr, braucht man aber bei normalem Reiseprogramm nicht. Autofahren ist nicht besonders stressig, allerdings gibt es kaum Schilder und nur schlechte Karten, so dass man auf Spanisch nach dem Weg fragen können sollte (und dann am besten auch die Antwort verstehen sollte). Auskünfte sind allerdings völlig unsicher, da die Leute immer helfen wollen und im Zweifelsfall einfach irgendwas sagen, daher muss man gut abschätzen, wen es sich lohen könnte zu fragen. In Städten kann man zur Not (was wir auch manchmal machen) Taxifahrer vor einem her fahren lassen, wenn man sich verfranst hat (oder auch sonst). Nachts fahren geht gar nicht(Kühe auf der Fahrbahn, plötzliche Fahrbahnabbrüche, Nebel, entgegenkommende Autos ohne Licht, die in der Kurve überholen...).

Bus: grundsätzlich kommt man aber auch mit dem Bus fast überall hin; nur zu einigen einsam gelegenen schönen Unterkünften nicht (dann kann man aber auch ein Taxi nehmen). Die Busse sind ganz passabel und sehr günstig (pro gefahrene Stunde ca. 1 $), man sollte nur nicht nachts fahren, aber das sollte man mit dem Auto ebenfalls unbedingt vermeiden. Und man muss lärmresistent sein: der Südamerikaner an sich liebt Actionfilme und schmalzige Musik, in der andauernd das Wort "corazón" vorkommt, am besten beides gleichzeitig. Nur mit Ohrenstöpseln aushaltbar.

Flugzeug: längere Strecken, z.B. wenn man weiter in den Dschungel möchte und von Coca (10-12h Busfahrt) aus eine Tour startet, kann man gut fliegen. Hin- und Rückflug kosten in Ecuador fast überall hin ca. 120 $ für Hin- und Rückflug, manchmal auch weniger.

 

Politik und Kriminalität

Politisch kann es schon mal unruhig sein. Das haben wir hautnah miterlebt, als am 30. September 2010 Polizei und Militär plötzlich streikten, um den Präsidenten dazu zu zwingen, entzogene Privilegien wieder einzuführen. Die Schule wurde evakuiert und für zwei Tage geschlossen.

Letztlich blieb es bei uns aber sehr ruhig und die Situation beruhigte sich auch in Quito oben schon nach kurzer Zeit. Der Flughafen wurde nach einem Tag wieder geöffnet. Bei uns in Lumbisi aber unterschied sich dieser Tag nicht von irgendeinem anderen. Wir sind mit dem Fahrrad gefahren, haben eingekauft und im Dorf gegessen.

Vor der Reise könnte man sich über die aktuellen Verhältnisse durch die Reise- und Sicherheitshinweisen beim Auswärtigen Amt informieren (http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Ecuador/EcuadorSicherheit.html). Aber keine Angst: so schlimm ist es nicht; der Vergleich mit Italien lohnt sich...

Trickdiebstähle (mit Übergießen von Urin/Ketchup etc. oder anderer Ablenkung) kommen vor, auch werden in überfüllten Stadtbussen gerne Taschen aufgeschlitzt, daher sollte man bei Gedränge seine Tasche immer vorne tragen. Es kann wohl (besonders nachts) auch zu Raubüberfällen kommen, allerdings kennen wir niemanden, dem das passiert ist (unserem ehemaligen Vermieter wurde so das Auto geklaut, aber man sollte eben nicht nachts in Quito in einer kleinen Strasse das Fenster herunterkurbeln, um zu rauchen).

 

Auf keinen Fall vergessen

 

Mitbringsel

... sind natürlich toll, da es einige Dinge gar nicht (z.B. Puddingpulver, Josef-Hader-Filme) oder nur in mangelhafter Qualität (Salzstangen) oder vollkommen überteuert (Gummibärchen, Schokolade) gibt. Wenn noch Platz ist: bitte vorher nochmal nachfragen! Auch Amazon-Lieferungen können wir gut an beliebige deutsche Adressen schicken lassen, das ist am einfachsten.