Buenos Aires und Lima

Je nachdem wen man fragt, bekommt man verschiedene Antworten wie dieser Urlaub so war. Buenos Aires ist sicher eine tolle Stadt und eine Reise wert, wenn man nicht selber krank ist, keine kranken Kinder hat (überhaupt sind Kinder bei nächtlichen Tangoausflügen eher hinderlich) und das Wetter nicht so kalt und regnerisch ist, wie wir es erlebt haben. Trotzdem war Buenos Aires eine Reise wert. Lima hingegen hätten wir uns sparen können, da hätten wir lieber mehr Zeit in Argentinien verbracht.

Eine weitere Komplikation war LAN, eine chilenische Fluglinine, die eigentlich nicht zu Skandalen neigt. Wir haben darunter aber sehr gelitten. Zuerst wurde unser Abflug von 9:00 Uhr morgens auf 8:00 Uhr abends verlegt, dann hat man auch fast unser Gepäck nach Buenos Aries weiter geschickt, obwohl wir in Lima zwei Tage verbringen wollten. Da ging es erst ums ein Uhr morgens ins Bett. Mit den Kindern ein großer Spaß (Uli hatte dann in der Nacht auch noch Brechdurchfall). Beim Abflug aus Lima haben wir soviel Zeit verloren, dass wir den Anschlussflug verpassten und Stunden später in Buenos Aires eintrafen. Beim Rückflug, der uns auch verlegt wurde, so dass wir eine Zusatznacht in Lima hatten, ging dann Antonias Bett verloren. Dieser Koffer ist bisher noch nicht wieder aufgetaucht. Soviel zu LAN.

Unseren Plan auch noch per Fähre Uruguay zu besuchen haben wir aufgegeben. Es fehlte einfach an Zeit und außerdem sind die Fähren wirklich kein Schnäppchen.

Das Goldmuseum in Lima ist sehenswert, ebenso der Franziskanerkonvent. Hier Bilder von der Plaza Grande mit dem Regierungssitz. Taubenjagen natürlich immer hoch im Kurs.

 

Der Vorplatz des Franziskanerkonvents, der ein beeindruckendes Ossarium vorweisen kann. Und wieder Tauben.

 

Und wie immer in Peru, mächtige Lehmziegelbauten, z.T. mitten in der Stadt. Da kommt man als Baulöwe schon mal auf die Idee, ein paar Bagger fahren zu lassen, wie gerade in Lima geschehen. Für uns waren die Anstiege auf Meereshöhe ein Kinderspiel, nicht jedoch für die hochhackigen Einheimischen.

 

Dann weiter nach Buenos Aires wo uns Nässe, Wind und Kälte erwartete. Richtig herbstlich war das und für uns ungewohnt. Mit mehreren Lagen Kleidung, der Heizung unserer schönen Ferienwohnung und der Flucht in schöne Cafés konnte man aber sich gut retten. Nach ein paar Tagen kam dann sogar mal die Sonne raus.

Die ersten Bilder sind vom Hauptplatz, der Plaza de Mayo, wobei der argentinische Dialekt alle Worte mit "ll" und "y" wie "sch" ausspricht, hier also "Plaza de Mascho".

Ganz oben die Casa Rosada, der Wohnsitz der Präsidentin, die mit dem Bürgermeister, oben rechts, im Clinch liegt.

Überhaupt wird in Argentinien viel gestritten, auch eine sehr handfeste Demonstration haben wir zumindest von weitem gesehen. Die Handbewegungen erinnern sehr an Italiener.

Das Kopftuch im Boden erinnert an die Frauen, die sich seit 1977 versammeln, um ihre in der Zeit der Militärdiktatur entführten und ermordeten Kinder zu beklagen bzw. gegen die damalige Diktatur und den heutigen Umgang damit zu protestieren.

Die Kreuze erinnern an den Falklandkrieg 1982, in Europa vergessen, hier ein hochgradig aktuelles Politikum.

 

Einblicke ins Café Tortoni, wo wir einen sehr stilvollen Aufenthalt hatten (Video). Einziger Wermutstropfen: der Diebstahl/Verlust? meines Geldbeutels, gottseidank nur mit Geld, ohne Karten. Das Café könnte so auch wohl in Wien stehen. Überhaupt erscheint Buenos Aires viel mehr europäisch als lateinamerikanisch. Das zeigt auch die Architektur der Stadt.

 

Noch am ersten Tag: Besuch des berühmten Theaters Colón. Pavarotti soll gesagt haben, dass die Akustik hier einen immensen Fehler hat: sie ist zu gut und so kann ein Sänger keinen Fehler verbergen.

 

Das Highlight für die Kinder war natürlich der Zoo, der, anders als der in Quito, auch viele afrikanische und asiatische Tierarten hat. Etliche Gebäude stammen noch aus dem 19. Jahrhundert und weisen ein altes Zookonzept aus. Die Lebensbedingungen der Tiere hingegen scheinen nicht schlechter als in anderen Zoos. Natürlich gibt es auch hier ein Video.

 

Der nächste Tag war eher ein verlorener Tag im Viertel Retiro nebst Hafenanlagen. Das Hochhaus wurde wohl gebaut, um eine Aussicht zu verstellen, nachdem die Braut vom Ehemann sitzen gelassen worden war.

 

Sehr schön ist im Stadtteil Recoleta die Buchhandlung Ateneo in einem ehemaligen Theater. Das Angebot war aber nicht so umfänglich wie gewünscht.

 

Also auf zum Friedhof, auf dem neben Evita noch viele andere Berühmtheiten liegen. Neben Touristen gibt es auch viele Katzen und kostenlose Führungen. Schwärme von Katholiken trafen wir auch, wohl auf dem Weg nach Brasilien, weil dort der Papst Ende Juli den Weltjugendtag feiern will.

 

Auf dem Weg zum MALBA, dem Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires, begegnet uns Monumentalarchitektur (Rechtswissenschaftliche Fakultät) und eine Stahlblume (Floralis Genérica), die sich täglich öffnet und schließt.

 

Im MALBA dann eine Ausstellung der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama, leider nicht zum Anfassen.

 

Das nächste Highlight war dann das Naturkundemuseum mit riesigen Dinoausierskeletten. Gerade Argentinien ist für Paläontologen ein Paradies und die Exponate sehr interessant, wenn auch nicht immer die Aufmachung.

Zumindest konnte man auch mal etwas ausgraben (Video).

 

Auf der Plaza Dorrego im Viertel San Telmo, der Heimat der berühmten Comicfigur Mafalda, und auf dem Weg dorthin, gibt es jeden Sonntag einen großen Flohmarkt. Nicht billig, aber dafür mit prächtigen Stücken.

Dazu in den Cafés auch Tangopräsentationen (Video).

 

Zum Schluss noch Impressionen aus La Boca, einem farbenfrohen Künstlerviertel mit aber auch vielen gefährlichen Stellen. Auch Heimat des Clubs Boca Juniors, der hier sehr verehrt wird.