Hin zum Schuljahresende

Wir lernen auch immer mehr neue Ausflugsziele in der Umgebung kennen! Ein sehr guter Tipp war die Laguna Mica, im Páramo, also im Hochland (wo keine Bäume mehr wachsen) über 4000 Meter gelegen. Nach etwa 45 Minuten erreichten wir Pintag, ein nettes Dorf, hinter dem sich die Ostkordillere nach oben hin ausdehnt. Erstmal kamen wir auf dem Weg an anderen Lagunen (Laguna Seca) vorbei (Bild rechts oben), wo man noch den Lava-Steinfluss des vorletzten Antisana-Ausbruchs von 1728 überqueren muss. Die Strasse zur Laguna Mica führt in den Nationalpark Antisana hinein und war schon zu präkolumbianischen Zeiten einer der beiden Handelswege ins Amazonas-Tiefland hinunter.

Wir hatten großes Glück mit dem Wetter, da eigentlich Regenzeit war, und hatten einen traumhaften Ausblick auf den Antisana (5704 Meter; unten links) und die Bergkette zwischen Cotopaxi (5897 Meter) und Sincholagua (4873 Meter; unten rechts ohne Schnee).

...und wir und Freunde mussten wir öfter stehenbleiben, um Fotos zu machen. Der Páramo ist sehr faszinierend durch seine Ödnis und Weite, die auf den Bildern nicht herauskommt.

Von einem kleinen Registrierungshäuschen gingen wir dann einen kleinen Berggrat hoch; Cornelius lief fast 3 Stunden, was wir sehr tapfer fanden (vor allem in der Höhe!). Hier mit Freund Lewin und Uli mit Antonia auf dem Rücken.

Die Laguna Mica trägt zur Wasserversorgung Quitos bei.

...und hier eine Nahaufnahme des schwer zu besteigenden Antisana (4 Gipfel, immer stark unwettergefährdet), bei dem wir uns immer freuen, wenn wir ihn sehen.

 

Und zum Schluss aßen wir noch eine Forelle (4 USD) auf dem Rückweg in einer Schlucht auf dem Weg, wo 30 (!) der 50 noch in Ecuador existierenden Kondore wohnen - wir konnten mindestens 5 davon mithilfe eines großen Teleskops vom  Restaurant beobachten. Sie wohnen in den vertikalen Felsspalten, die man hinter unserem mäßig gelungenen Gruppenfoto sehen kann. Die weißen Stellen auf den Felsen sind Kondor-Kacke...

Insgesamt ein sehr gelungener Ausflug, den wir auch gerne wiederholen. 1 1/4 h Fahrtzeit einfach ist auch nicht viel für hiesige Verhältnisse und völlig problemlos mit unseren Kindern.

Auf der Rückfahrt hat uns dann der Regen doch erwischt, schon bei der Autofahrt (Video) und dann zuhause (Video).

 

Und dann besuchten wir noch ein relativ neues Museum: Die Casa del Alabado im Centro Histórico (http://alabado.org/en) mit 5 Innenhöfen und erstaunlich moderner Präsentation von präkolumbianischen Fundstücken. Die ausgestellten Objekte übertrafen bei weitem alles, was wir bisher gesehen hatten. Wenige, eindrucksvolle Fundstücke, manche höchst abstrakt und modern wirkend, aus allen Epochen der ecuadorianischen Geschichte.

Nie fehlen darf bei einem Quitobesuch, zumal des schönen Platzes vor der Kirche San Francisco (lohnenswerter Innenhof!), eine Taubenjagd (Video).

 

Unser normales Leben beinhaltet viel Streitschlichten, Kleider wechseln, Hut aufsetzen und Stiftkappen-Suchen. Dazu kommt aber auch noch ein besonderer Sport: Mimi-Jagen (Video).

Aber es gibt neben dem Streit auch schöne Momente, wenn z.B. Cornelius Antonia etwas vorliest (Video), oder beim Trampolinspiel (Video1, Video2) oder mit Franz (Video)

 

 

Hier hilft Cornelius seinem Freund Luis, unserem Gärtner, bei der Arbeit. Davon gibt es auch ein Video.

Auch bei der Reinigung der Zisterne wurde harte Arbeit geleistet: Video.

In der Zwischenzeit probiert Antonia schon mal viele verschiedene Schuhe aus. Hier noch ein Video der Kinder mit Blanca.

 

Bei Luis waren wir auch zur Taufe seiner 2 Söhne eingeladen. Nach der Taufe gab es eine ecuadorianische Feiere in seinem Haus: in aufgestellten Zelten wird viel gegessen, getrunken, getanzt. Luis war nach eigenen Angaben 3 Tage lang betrunken; wir mussten nach wenigen Tänzen mit den Kindern leider nach Hause, da sie schon 1 Stunde über ihrer Bettgehzeit waren. Das können Ecuadorianer leider schlecht verstehen, weil ihre Kinder immer und überall schlafen, aber wir mussten es ohnehin büßen...

 

Ein typischer deutscher Kindergeburtstag unterscheidet sich nur durch die Piñata, eine mit Süßigkeiten gefüllte Trommel, die über die Kinder gegossen wird (und an die wir uns auch schon angepasst haben). Ansonsten gibt es Eierlaufen (links oben), Kasperletheater (auf Spanisch) und Kuchen.

 

Weitere häusliche Szenen gibt es hier. Kostüme sind hier bei den Kindern das ganze Jahr über sehr beliebt. Wir trugen nur Tracht zum Championsleaguefinale.

 

 Trotz ehrlicher Bemühungen scheitern viele Versuche, schöne Familienbilder zu machen.

 

 Zum Schuljahresende hat Uli noch einen Reitausflug in den nahen Pululahuakrater organisiert. Reiten durften nur Frauen, die Männer hüteten die Kinder.

 

 Bei Sol y Vida, der Stiftung für krebskranke Kinder, bei der Uli mithilft, kam jetzt eine sehr arme Familie aus dem Chimborazogebiet nach Quito. Nur so können sie die Behandlungstermine wahrnehmen. Der Mann arbeitet für 80$ monatlich als Träger, die Familie haust zusammen in diesem Zimmer. Daher soll bei Antonias Taufe Geld für diese Familie gestiftet werden.

 

 Zum Schluss noch ein Bild von der Abschiedsfeier der uns verlassenden Kollegen. Wie immer ein rauschendes Fest!

Etwas feierlicher wurde der Chef nach 8 1/2 Jahren an der Deutschen Schule Quito verabschiedet. Dabei habe ich auch gesungen (Video).