Rund um Ostern

Antonia wächst rasend schnell, spricht schon Wörter wie "gallina", aber "Papa", das kann sie nicht. Dafür rennt sie fröhlich, außer Cornelius stellt ihr ein Bein, und schläft mittlerweile, nach großem Zahnen, durch (wenn auch nur bis höchstens 6 Uhr). Von ihrer Cousine hat sie ein paar Kleidchen geerbt, das steht ihr wirklich gut, vor allem beim obligatorischen Morgenspaziergang (spätestens um 8 Uhr).

Sie kann auch schon alleine rutschen, wenn auch nicht immer unfallfrei (Video).

 

Ganz wichtig für unsere Kinder sind auch Marta und Blanca, die haben sie furchtbar gern. Auch zuhause werden sie gerne besucht (auch wegen der Meerschweinchen).

 

Uli hat ein neues Hobby, die Culuncos, die Präinkahandelswege. Von diesen weiß man nur wenig, von den Stollen, die man hier überall finden und durchlaufen kann, gar nichts.

Wir haben uns die besten Karten des Militärgeographischen Instituts besorgt, die besten und neuesten Archäologieatlanten und leihen uns ab und an ein GPS-Gerät aus, um zu messen und vermessen.

Ein Gangsystem kann man sogar von uns zuhause aus erreichen. Diese drei Bilder stammen aus Lumbisí. Befragung von Einheimischen und zwei Historikern führte zu folgendem Ergebnis: -

 

Auch ein Ausflug ins schöne Molinuco mit befreundeten Familien dient eigentlich einem archäologischen Zweck.

 

Eine Reifenpanne kann uns auch nicht aufhalten. In Molinuco kann man übrigens auch schön essen und spielen.

 

Auch hier finden wir Culuncos. Auch wenn wir unser eigentliches Ziel nicht erreichen, so finden wir doch einen eindeutig von Menschen geschaffenen Höhlenweg.

 

Ab und an wird natürlich gefeiert, so z.B. hier bei Kollegen, die jetzt Nachbarn von Gabi Egloff sind. So treffen wir Gabi, Malik und seine Familie wieder mal.

 

Der Osterhase und seine Eier sind hier unbekannt. Daher treffen sich Deutsche, Schweizer und Österreicher zu konspirativen Treffen, um Eier zu bemalen. Nicht alle Eier werden schön und nicht alles bleibt sauber, aber ein Spaß war es schon.

 

Imposant ist in Quito die Karfreitagsprozession. Tausende von Cucuruchos (Kapuzenträgern), etliche Römer und Jesus und auch Veronikas sind zu sehen. Die Kinder haben wir lieber zuhause gelassen, denn einige der Geißler haben sich Kakteen oder Stacheldraht umgebunden oder geißeln sich bis sie bluten.

Wir haben hiervon auch ein Video gemacht.

 

 

Neben den Kreuzen und den Gekreuzigten gibt es aber auch ein ebenfalls gut besuchtes Nebenprogramm von Komödianten.

 

Interessanter noch sind die Bräuche in den umliegenden Dörfern, z.B. in Alangasí und La Merced bei Sangolquí. Nach dem Tod Christi an Karfreitag regieren dort die Teufel. Sie dringen in die Kirchen ein und besetzen die öffentlichen Plätze. Mit viel Vehemenz wird dann die Bevölkerung in Versuchung geführt, z.B. mit Alkohol oder pornographischen Heften. In der Kirche finden sich die drei Gekreuzigten an einem Pflanzengerüst. Dieses wird später in Brand gesteckt. Hier ein YoutubeVideo von den Vorkommnissen.

 

Alangasí besitzt einen schönen zentralen Park mit etlichen überlebensgroßen sehr kitschigen Statuen, die von den Kindern eifrig beklettert werden. Das wäre in Deutschland wohl nicht möglich. Das Mammut hat Cornelius jedenfalls wieder beruhigt, denn einer der Teufel hatte ihm ganz schön Angst eingejagt.

Das erste Bild zeigt einen Teil der Osterprozession. Dabei werden 7m (!) hohe Hüte getragen, die die Seele verkörpern. Schwarz für die korrumpierte Seele, ein einziger weißer Hut symbolisiert eine reine Seele.

 

Zum ersten Mal konnten wir den Osterhausen im eigenen Hause etwas verstecken lassen. Osternester und jeweils ein großes Tier habe beide eifrig gesucht.

In der Kirche gab es am Ostersonntag ein schönes gemeinsames Gemeindefrühstück, dann einen Gottesdienst und zum Schluss nochmal Eiersuche für die Kinder.

 

Insgesamt fuhren wir nur vier Tage weg, weil Ulis Fernstudium keinen längeren Müßiggang zuließ. Es ging wieder einmal ins Coco Solo, gutes Essen, ein tolles Zimmer (mehr eine Suite für 40$ für uns vier inklusive Frühstück!; Zimmer 2 ist jedenfalls sehr zu empfehlen), eine sehr schöne Anlage mit Meerwasserpool und ein wunderbarer Sandstrand.

 

Strandimpressionen. Für Kinder ist der Strand auch deswegen gut, weil man hier sehr viele Muscheln, Samen und interessante Steine findet.

Antonia war mit dem Wasser eher zurück haltend, buddelte aber sehr schön im Sand, während Cornelius, immer an der Hand, durch die Wellen hüpfte und mit seinem Plastikkrokodil durch die Wellen surfte.

 

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Coco Solo liegt aber auch etwas ab vom Schuss, so dass wir einen Ausflug in einen Trockenwald machten, wo wir einen Baum benennen und pflanzen durften. Die Brüllaffen und Tukane entzogen sich unseren Blicken, denn wir konnten durch den Schlamm, von Januar bis April ist an der Küste Regenzeit, also auch schwüle Hitze und viele Moskitos, kaum 20 Minuten in den Wald vordringen.

Aber auch diese kurze Zeit reichte den erfreuten Mücken aus meinem vom T-Shirt bedeckten Rücken ein Schlachtfeld zu machen (dabei hatten wir im Coco Solo praktisch gar keine Mücken)

 

 

Auf den Ilaló! Jetzt wohnen wir schon fast drei Jahre hier und den Hausberg haben wir noch immer nicht bestiegen. Das wollten wir dringend ändern. Eine Überquerung des ganzen Berges ist in 6 Stunden machbar, aber man kann auch mit dem Auto schon recht weit hoch fahren und dann in 1-2 Stunden (je nach Kindern) den Gipfel erreichen. Antonia musste natürlich getragen werden, aber Cornelius ist, wenn auch manchmal nölend, sehr viel selbst gegangen.

Die ersten beiden Bilder zeigen unser Haus von oben bzw. die Deutsche Schule. Leider war es etwas diesig, das war gut als Sonnenschutz, aber schlecht für die Photos.

 

Hier oben gibt es schöne Blumenwiesen, bequeme Wege und am Gipfel sogar einen Abfalleimer.

 

Nicht fehlen durfte natürlich ebenfalls ein Culunco, unser geübtes Auge lässt uns die praktisch überall finden.

 

Wenn auch noch selten, so doch möglich. Cornelius und Antonia spielen friedlich gemeinsam, während die Eltern abwaschen, Kaffeetrinken und lesen. (Video)