¡Feliz año nuevo!

Nach Weihnachten ging es erst einmal an den Strand, wie man hier in Ecuador zu einem Urlaub am Meer sagt. Eine nette Kollegin aus Regensburg besitzt in Atacames ein sehr geräumiges und luftiges Apartment. Das ist auf alle Fälle empfehlenswert. Nicht ganz so empfehlenswert andererseits ist Atacames an den Wochenenden, denn hier wird gefeiert. Das ist für Familien nicht so günstig. Gerade Karaoke Veranstaltungen werden nachts so laut gestellt, dass man auch in größerer Entfernung alle falschen Töne miterleben darf.

Höhepunkt war allerdings eine Gruppe von Jugendlichen, die nachts um drei auf der Straße vor unserer Unterkunft eine Feier begannen, unterstützt von einem Kleinwagen, der praktisch eine einzige Stereoanlage war. Die Polizei kam aber dann doch recht schnell und die Kinder haben, erstaunlicherweise, gar nichts mitbekommen.

Cornelius schlief zum ersten Mal allein in einem richtigen Bett und ist die vier Nächte auch kein einziges Mal herunter gefallen. Da werden wir sein Gitterbett zuhause auch abbauen.

Hier zunächst Impressionen aus der Wohnung.

 

Der Strand war aber für uns gut geeignet und das Leben abseits der Wochenendnachtparties auch ruhig. Eine Attraktion sind auch die Schirmflüge über dem Meer, angetrieben von Motorbooten, was sich Clemens natürlich nicht nehmen ließ.

 

Von Atacames kann man auch eine Reihe von anderen schönen Stränden besuchen, z.B. Cumilinche. Hier endlich mal nicht Sandstrand mit Palmen, sondern Kletterfelsen mit Getier.

 

Begeistert waren wir auch von einem kleinen Dorf Galera, das sehr ursprünglich war. So ursprünglich das man leider auch keine Mahlzeit und Übernachtung finden konnte, aber hier wären wir gerne geblieben. Die Umgebung ziert ein beeindruckender Trockenwald.

 

Silvester verbrachten wir diesmal bei unserer Regensburger Kollegin. Unsere Kleinen gingen um sieben klaglos in ihre Reisebetten, ließen sich dann um 1:30 klaglos ins Auto bringen und nach Hause fahren, um dann klaglos bis zum Morgen zu schlafen.

So blieb uns Zeit für die Verkostung von Sekt und Bier nebst Raclette. Dazu kam noch die Verbrennung eines viejos, einer Verkörperung des alten Jahres, und Uli konnte mit allen sechs Hunden spielen.

 

Danach ließen wir es einen Tag sehr ruhig angehen, denn schon am 2. Januar ging es mit der Schule weiter. Die Ferienordnung ist noch nicht ganz ausgereift, das ist der Eindruck des ganzen Kollegiums, aber weiter ließ das Ministerium nicht mit sich verhandeln.

 

Am nächsten Wochenende dann ein Ausflug zur Ausgrabungsstätte La Florida im Norden Quitos (YouTube Video auf Spanisch). Die Grabschächte sind bis zu 16m tief und, wie Cornelius entdeckte, kann man auch dort hervorragend Laufrad fahren. Die Gräber entstammen der Zeit der Quitu (220-640 AD). Auf dem Gelände des neuen Flughafens soll Ähnliches entdeckt worden sein.

Ein Grabschacht diente einer Reihe von Mumien als letzte Ruhestätte. Man fand sie, wie üblich, in Fötalstellung.

 

 

Zusammen mit einer befreundeten Familie dann am Wochenende ein Ausflug zu den Pyramiden von Cochasquí. Hier waren wir schon vor zwei Jahren gewesen, aber ein quirliger Cornelius und unzureichende Spanischkenntnisse verwehrten uns einen tieferen Einblick in dieses spektakuläre Monument von 15 Pyramiden und 21 runden Grabhügeln.

Hier betrieb eine weitere Präinkakultur vermutlich astronomische Studien. Auch dienten die Plattformen als strategische Aussichtspunkt. Gelebt haben dort wohl nur die Priester (Website der Stätte, Englisch). Ausgegraben wurde die Stätte erstmals 193  von dem deutschen Archäologen Max Uhle.

Auf dem weitläufigen Gelände befinden sich auch etliche zutrauliche Llamas, was unsere Kleinen faszinierte und erschreckte.

Rechts: Who is who?

 

Dann endlich war es soweit. Nach etlichen Versuchen seit dem 9. Januar stand Antonia am Montag, den 21. Januar 2013 einfach auf und lief los.  Hier ein Video von den ersten Schritten und eines von Antonia und ihrem neuen Puppenwagen. Auch wenn sie noch nicht springen kann wie Cornelius so hat uns das doch sehr gefreut. Wir haben jetzt auch schöne Abendrituale zu viert.

 

Ende Januar dann eine Woche Ferien anstatt eine zweiwöchige Weihnachtszeit, tja das Ministerium. Außerdem hat Uli nicht frei, weil ihr Studium weiter geht. So geht es nur ein paar Tage nach Riobamba und Baños. In Riobamba übernachteten wir im empfehlenswerten Rincón Alemán, um dann am nächsten Tag den Chimborazo zu umrunden. Dabei hatten wir einige schöne Ausblicke, auch auf die grasenden Vicuñaherden im Naionalpark.

Erstaunliche geologische Schichten allerorten und bei der ersten Schutzhütte auf 4800m etliche Kreuze.

Aber es gibt auch Gedenkplaketten an die Erstbesteigung durch Humboldt, sogar in Quechua wie hier im Bild.

Mit dem Auto kommt man leicht zur Schutzhütte, weiter ist dann wegen der Höhe sehr mühsam.

 

Dann Weiterfahrt nach Baños, das wir zum ersten Mal sehen. Es liegt spektakulär auf 1800m und hat ein sehr angenehmes Klima, nicht dschungelschwül, aber doch warm. Für Cornelius ein Highlight, die Taubenjagd. Aber auch Antonia entwickelt einen quietschenden Jagdinstinkt. Mit dem Laufrad ist Cornelius aber nochmal deutlich schneller (Video).

 

Übernachtet haben wir außerhalb im Miramelindo, gutes Essen und ein warmer Whirlpool aus dem Cornelius gar nicht mehr weichen wollte. Von dort kann man auf zwei verschiedenen Wegen den Wasserfall Pailon del Diablo erwandern, was erstaunlicherweise sogar mit beiden Kindern geklappt hat. Die Wege und die Aussicht sind spektakulär.

 

In Baños gibt es auch einen kleinen Zoo, der auf einem Felsgrat liegt. Das bedeutet viele Stufen, aber auch großartige Aussichten.

Ein Highlight war auch der Tapir, der frei herumlief und den Antonia grasabreißend füttern wollte.
Hier noch der Kommentar des Stadtrats von Baños zur aktuellen Präsidentenwahl:

"Bitte keinen Müll wählen"!

(statt "botar" wegwerfen)

 

Zum Schluss noch ein Einkaufszug nach Puyo. Dort haben wir nach vielem Suchen erstmals das sehr schöne Hachacaspi-Holz zu kaufen gefunden. Im Oriente wird es als Schmuckelement verbaut, hier ein Bild von ein paar unserer erworbenen Stücke.

Auch das casa de la balsa  haben wir heimgesucht und etliche schöne, oder kitschige, je nach Ansicht, Stücke erworben. Kurz vor Puyo liegt der Ort Shell, benannt nach dem Ölunternehmen, das dort das erste Erdöl Ecuadors förderte.

 

Zu Fasching blieben wir dann zuhause, Antonia hat ohnehin viel mit ihren Zähnen und Darm zu tun. Mit zwei befreundeten Familien besuchten wir nochmals die Feuerwehr und anders als beim ersten Mal hatte Cornelius sehr große Freude daran. Er durfte die Sirene anstellen und einen Brand löschen. Auch die Männer durften sich verkleiden und Feuerwehr üben. Über eine Stunde haben uns die freundlichen Feuerwehrleute alles gezeigt.

Einer von Ihnen hat wohl auch letztes Jahr zwei Deutsche gesucht, die in Baños den Pailon del Diablo durchschwimmen wollten, genau der Wasserfall wo wir vor einer Woche waren. Das war Wahnsinn. Man hat sie dann auch erst nach 18 Tagen gefunden. Tot.