Besuch und Vorweihnachtszeit

Und dann bekamen wir unerwartet Besuch. Lisa und Sigi, kurz entschlossen wie immer, flogen her und wollten ihre Enkel begutachten. Das war eine echte win-win-win Sache, denn die Großeltern hatten die Enkel (Sigi beim Vorlesen), die Enkel die Großeltern und wir mehr Ruhe. Alle haben sich wunderbar verstanden und leider waren sie nach drei Wochen schon wieder weg. Auf dem Weg nach Kolumbien, von wo sie aus kurz vor Weihnachten wieder heimfliegen.

 

Cornelius und Antonia entwickeln sich beide schnell und Antonia konnte jetzt auch ihren ersten Geburtstag feiern. Zuvor hatten wir dann noch Leute zu meinem Geburtstag eingeladen und ein schönes Fest gefeiert, was vor einem Jahr ja viel schwieriger war. Wie es war zeigt ein Video.

Die Kerzen auf Antonias Kuchen hat dann Cornelius ausgeblasen. Nächstes Jahr kann sie das selber. Trotzdem ein Video von ihrem Geburtstagsfrühstück.

Toben auf den Betten können beide schon gemeinsam; Video.

Auf dem Spielplatz der Esquina oder zuhause beim Springen mit Freunden. Cornelius wird immer wagemutiger.

Antonia hingegen macht Musik und erste Geh- und Fahrversuche, wenn sie nicht den Kühlschrank inspiziert.

 

Statt einer Geburtstagsfeier für Antonia mit vielen Gästen sind wir mit ihr lieber in den Zoo gefahren. Die großen Tiere haben auch großen Eindruck auf sie gemacht.

 

Sicher in den Armen der Erwachsenen konnten unsere Kleinen auch den gefährlichen Tieren trotzen.

Cornelius haben am besten die Affen gefallen, uns hat die Schlangenhaut beeindruckt (als Mahnmal gegen Tierhandel). Sogar das Känguru, das uns sonst immer vorenthalten wurde, konnten wir sehen.

 

Immer ein Höhepunkt ist der Streichelzoo, wenn man sich nicht von der Kuh belecken lässt oder der Truthahn allzu kräftig sich plustert.

 

Einen letzten Ausflug mit den Großeltern gab es dann noch in den archäologischen Park von Rumipamba beim Hospital Metropolitano (YouTube Video auf Spanisch). Das Gelände ist weitläufig und man kann dort auch ein Picknick machen. Die Reste sind gut geschützt und die Führungen kenntnisreich. Also insgesamt empfehlenswert. Cornelius musste nur manchmal durch Fangenspiele angeregt werden zu laufen.

Man hat auch einen schönen Blick auf die Stadt und die letzten Flugzeuge des alten Flughafens. Angeblich wird der neue im Februar veröffentlicht, auch wenn die Straßen dorthin erst zu 20% fertig sind. Das gibt sicher Stau.

In den nächsten beiden Bildern sind sogenannte Culuncos zu sehen, Pfade von der Küste über den Nebelwald bis ins Hochland. Diese haben sich im Laufe der Jahrhunderte tief eingegraben. Der Name rührt vom Geräusch der mitgeführten Bündel in Kombination mit Wanderstöcken her.

 

Leider verließen uns Ulis Eltern schon bald in Richtung Kolumbien, um sich per Bus bis Bogotá zu bummeln.

Bei uns begann dann die Vorweihnachtszeit. Obwohl Wärme und Licht nicht gerade weihnachtliche Gefühle wecken, so haben wir doch wieder versucht, etwas Weihnachten in unser Haus zu bringen. Insgesamt gibt es hier viel weniger Weihnachtsdekoration als in Deutschland. Eine kleine Tradition hier ist zum Beispiel das gemeinsame Basteln von Lebkuchenhäusern. Die Kunst liegt darin, möglichst gut zu bauen, ohne dass die Kinder gleich alles wieder essen.

 

Mit guten Freunden haben wir uns wieder eine Nacht in Papallacta gegönnt. Die Cabañas bieten oben und unten für uns acht gut Platz und man kann, wenn die Kinder selig schlafen (sollten), vor der Hütte im Pool liegen und ein Glas Wein trinken. Auch das Essen ist gute, siehe die Margarinetiere, aber leider ist das ganze nicht ganz billig.

Schön sind auch die Pflanzen, z.B. die Papierbäume, und wandern könnte man auch, aber Höhe und Regen sind keine guten Voraussetzungen hier.

 

Zuhause wird viel gespielt und gelesen. Antonia beschäftigt sich auch sehr gerne mit unseren Flaschen. Die kann man ständig raus und reinräumen. Darin kann sie sich schon mal eine Viertelstunde verlieren.

Cornelius spielt gerne Fußball, am liebsten mit dem Papa oder mit Blanca! Hier ein Video.

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Groß gefeiert wird in Quito immer der 6. Dezember, der Stadtgründungstag von 1534. (Obwohl Quito eigentlich bereits im August an ganz anderer Stelle von einer anderen Person gegründet worden war. Man hat die Stadtrechte einfach mitgenommen und am 6. Dezember Quito noch mal gegründet.) Nachdem seit letztem Jahr nur noch unblutige Stierkämpfe in Quito selbst erlaubt sind, wurden sie dieses Jahr gar nicht durchgeführt. Dafür wird eine neue Arena außerhalb gebaut, wo man noch Stierkämpfe machen darf. Vermutlich wird es dann wieder nächstes Jahr Stierkämpfe geben.

Auch in der Schule gibt es dann eine Feier. Eine Blaskapelle kommt und spielt laut den Schlager der Tage, es wird getanzt und gespielt, z.B. Cuarenta ein lokales Kartenspiel.

 

Einen Weihnachtsbasar für einen guten Zweck veranstaltet die Schule auch jedes Jahr. Meine Klasse durfte dieses Mal Spiele für die Kleinen der 1. und 2. Klasse machen. Besonders gut kamen dabei die Gesichtsmalereien an.

Als menschliche Werbebanden liefen dann Cornelius und ich umher.

 

Ausflüge nach Quito machen wir auch noch. Immer noch nicht haben wir alles Sehenswerte gesehen. Zu empfehlen ist z.B. das Museum der Philanthropin Urrutía mit seinen phantastischen Möbeln und Zimmern aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Im Karmelitenkloster Carmen Bajo kann man in der Weihnachtszeit eine riesige Krippe bewundern, 300 Jahre alt, 500 Teile. In diesem Jahr ist sie erst zum zweiten Mal der Öffentlichkeit zugänglich. Photos darf man aber keine machen und Postkarten gibt es selbstverständlich auch nicht. Daher hier ein Scan aus der Zeitung.

Schön ist auch der Innenhof mit einem jahrhundertealten Magnolienbaum und einem Löwen.

Allgemein ist es jedoch besser, das Alles ohne quengelnde Kinder zu genießen. :(

 

Die Weihnachtsfeier der Schule war im gewohnt großen Rahmen mit toller Band, gutem Essen und viel Tanz. Natürlich durfte auch ein Auftritt des año viejo zusammen mit den entsprechenden viudas nicht fehlen. Kann man hier jemanden erkennen?

 

Auch in der guardería gab es eine Weihnachtseinlage. Die Kleinen hatten Weihnachtslieder vorbereitet und die Eltern waren eingeladen. Cornelius war jedenfalls mit großem Enthusiasmus dabei (Video).

Der Weihnachtsgottesdienst begann etwas spät und zog sich dann auch lange hin, kein Wunder bei zwei Krippenspielen (Video) und neun Liedern. Cornelius sollte und wollte ein Schaf spielen. Aber wie erwartet hat er sich im entscheidenden Moment nicht nach vorne getraut. Dann eben im nächsten Jahr.

Zuhause bereitete das Käsefondue und müde Kinder Probleme, aber zum Schluss wurden doch alle satt und jeder hatte ein Geschenk ausgepackt. Hier ein kleines Video vom Heiligabend. Und noch eines vom Baumschmücken.