Unfall und Geburtstag

Der Sommer war dieses Jahr sehr lang und trocken, was auch zu vielen Bränden führte, z.T. bis zu neun Brände gleichzeitig. Die Feuerwehr war überfordert und es mussten Hubschrauber aus den USA und Deutschland aushelfen. Es brannte sogar in Lumbisí und auch unser Hausberg, der Ilaló.

Auch bei uns war alles trocken und verödet, der Garten braun. Aber mit den ersten Regenfällen sprießt das Grün dann auch wieder schnell.

 

Kaum hatten wir auch unser Nummernschild, schon hatten wir auch unseren ersten richtigen Unfall. Ganz harmlos parkten wir im Dorf als ein Bus um die Ecke kam. Die Windschutzscheibe hing voller Kinder und der Fahrer sah entsprechend nichts. Er fuhr rein nach Gefühl, bzw. Gehör, d.h. also bis zum Aufprall. Wir hatten viel Glück. Der Bus, gefahren von einem LKW-Fahrer ohne Personenbeförderungsschein, fuhr nicht einfach weiter, sondern blieb stehen. Der Bus gehörte einer Kooperative, die eine richtige Versicherung hatte. Und die Versicherung war auch bereit zu zahlen. Und die Reparaturkosten von 4.000$ haben sie dann auch klaglos übernommen.

Erst einmal musste jedoch die Polizei kommen. Die stellte dann fest, dass es ein Verkehrsunfall war und rief dann die Verkehrspolizei. Diese stellte dann fest, dass wir ein Diplomatenauto hatten und dafür brauchte man die spezielle Verkehrspolizei. Dieser teilten wir dann mit, dass wir uns gütlich mit dem Unfallgegner einigen würden, wenn man uns lässt. Da waren sie aber nicht sicher und es musste dann noch der Vorgesetzte kommen, der dies, nach einem Telefonat mit seinem Vorgesetzten, zuließ. Das hat zwar einige Stunden gedauert, aber andernfalls wären beide Autos bis zum Ende eines Gerichtsverfahrens eingezogen worden. Dem Bus war übrigens nichts passiert.

 

Antonia und Cornelius baden beide gerne, allein oder zu zweit oder zu dritt, wobei Cornelius manchmal so wild ist, dass man die beiden sicher nicht allein lassen kann. Jedenfalls wurde Antonia schon oft umgeworfen, oder auch nur heftig gedrückt, gekitzelt und beschmust. Auch hier gibt es ein Video.

 

Antonia isst sehr gerne alleine und isst, trotz zweier Zähne, fast auch alles mit uns mit. Die Gläschen und Breie sind fast ganz passé. Luftballons findet sie faszinierend (Video).

Auch in der evangelischen Kirche gibt es jetzt eine Krabbelgruppe, die sich alle zwei Wochen am Sonntagnachmittag trifft. Obwohl es nicht unbedingt so aussieht, ist Antonia doch die zweitjüngste.

Wir haben auch eine neue Pfarrerin, die nach einigen Jahren in China an der Uni nun in Quito wieder eine Gemeinde übernimmt. Hier kann man wirklich spannende Biographien kennen lernen.

 

Mit dem Regen kam dann auch das Gras und es bewährte sich unser Sonnen- und Regengeschützter Sandkasten.

Video

 

Am 2. Oktober feierte Cornelius seinen dritten Geburtstag, was ihn viele Tage vorher und nachher beschäftigte. Am Geburtstagstag selbst gab es großen Kuchen und kleine Familienrunde. Ein kleines Angelspiel haben wir mit Begeisterung gespielt (Video). Alle Kerzen mussten mehrfach angezündet und ausgeblasen werden.

Die Geschenke waren schon zuviel, so dass die noch ausstehenden Pakete aus Deutschland nicht auffielen.

 

Im Kindergarten wird dann traditionell am Freitag gefeiert, wobei die Eltern Kuchen und Geschenke mitbringen (bei Geburtstagen erhalten alle Gäste ein Geschenk). Aber auch Cornelius hat einen großen Sack voller Gaben mit nach Hause gebracht. Die haben wir dann z.T. an uns genommen und verstaut.

Ecuadorianischer Höhepunkt eines Kindergeburtstags, zumindest seit einigen Jahren, sind Clowns, Animateure und eine Piñata voller Süßigkeiten und Geschenke. Die Kinder bekommen je eine Tüte und dürfen dann raffen. Keine sehr schöne Sache, aber man kann sich da kaum entziehen.

 

Derweil krabbelt Antonia sehr fleißig und erkundet das Haus. Die Kloschüssel wird entdeckt und alle Treppen hochgekrabbelt. Das unfallfreie Runterkrabbeln wird wohl noch dauern.

Gerne werden auch Schubladen ausgeräumt, Bücherregale verwüstet und alles genau inspiziert.

 

Am Sonntag fielen dann sieben Kinder mit ihren Eltern bei uns ein. Uli hatte schöne Chamäleons gezeichnet, die die Kinder ausmalen (Video) sollten und es wurde Topfschlagen gespielt. Kuchen und Grillwürstchen machten die Kinder glücklich und natürlich auch die unvermeidliche Piñata (Video). Im Kerzenauspusten wird Cornelius immer professioneller.

 

Nachdem unsere Ferien immer noch sehr unsicher sind, haben wir ein Dreitagewochenende genutzt, um mal wieder in den Dschungel zu fahren. Diesmal in die Hakuna Matata Lodge, von der schon so viele geschwärmt haben. In der Tat ist es dort sehr schön. Neben dem Pool und dem guten Essen hätten wir vor allen Dingen den Fluss genossen, wenn Antonia nicht sehr krank gewesen wäre, so dass wir nicht alles ungestört genießen konnten (milde ausgedrückt). Trotzdem hat es sich gelohnt, auch weil Cornelius manchmal doch ganz gut Antonia zum Lachen bringen kann (Video).

 

Wieder sind wir ins lehrreiche Quichuadorf gefahren, wo wir diesmal todesmutig die fetten und doch teils schmackhaften Maden aßen. Von denen gibt es auch ein Video.

 

Wir hatten einen Skipper der aussah wie Sigi, nur mit längeren Haaren, und sahen am Fluss immer wieder etwas Interessantes.

 

In der Lodge selbst gibt es auch schöne Flora und Fauna zu bewundern, auch eine Aufzuchtfarm für Frösche.

 

Zurück am Fluss noch ein paar schöne Bilder vor der Abfahrt. Auf dem großen Felsen im Fluss kann man übrigens auch noch Felszeichnungen sehen.

 

Wieder zuhause, aber dabei auch noch schone Blumen tragend bzw. noch krank.

 

Aber auch Antonia hatte ihre wachen Phasen und kann jetzt gut ausräumen (Video) oder mit uns spielen (Video).

 

Ein Ausflug zur Feuerwehr, eines von Cornelius Lieblingsthemen, neben Autos, Tieren, Rittern und anderen, war leider nicht so erfolgreich. Die Leute waren sehr nett und freundlich, leider aber Cornelius nicht. Der hatte Angst.

 

Am 1. November hat dann Cornelius im Kindergarten, für den Deutschen Kindergarten ist er übrigens fürs nächste Jahr aufgenommen, wieder ein traditionelles Guagua de pan gemacht (Video). Antonia, die nächstes Jahr hierher kommt, durfte mit dabei sein.

 

Allerseelen ist im lateinamerikanischen Raum ebenfalls ein großer Feiertag. In traditionellen Gegenden, wie in Calderón im Norden Quitos, gibt es Musik und Essen, eine Feier mit den Toten (Video).