Restferien und Schulbeginn

Zurück in Quito hatten wir noch Zeit die eine oder andere Sehenswürdigkeit zu genießen, die uns bisher durch die Lappen ging.

Zunächst ging es zum Zentralfriedhof Quitos, mit, Blick auf den Panecillo, den wir nach sehr verschlungener Fahrt erreichten. Typisch sind die hochhausähnlichen Beinhäuser, in denen die Ärmeren ihre Toten bestatten, nachdem sie eine Zeitlang in Erde bestattet waren und bis auf die Knochen verwest sind. Es gibt aber auch sehr herrschaftliche Grabstätten und eine mit Hammer und Sichel.

 

Gleich daneben gibt es das Franziskanerkloster San Diego, das praktisch zur Gänze besichtigt werden kann (mit Küche, Speisesaal, etc. Heute leben nur noch drei Mönche dort.

San Diaego ist genauso alt wie die Kirchen und Klöster in der Altstadt, lag aber damals außerhalb auf einer Hacienda.

Hinter dem Hauptaltar befindet sich noch das Originalossarium der Mönche, abgetrennt durch eine 1 Tonne schwere Tür (wegen des Gestanks - der Priester wollte das während der Messe offenbar nicht...)

 

Vom Dach aus kann man das Wassermuseum sehen, das wir aber nicht besuchen konnten, weil der Stadtplan, die Straßenführung und die vielen Schluchten Quitos uns das verwehrten. Wir versuchten also (wie so oft) 45 Minuten umsonst, ein paar Hundert Meter in die andere Himmelsrichtung zu kommen, in einer recht unsicheren Gegend.

Drinnen findet man bemerkenswerterweise ein Originalbild von Hieronymos Bosch und eine Darstellung vom letzten Abendmahl mit Meerschweinchen als Hauptspeise und Maisbrei in Bananenblättern (Humitas) daneben. Da die Postkarten aus waren, durften wir sogar fotografieren.

 

Auch das Kloster San Agustín, wo noch viele Mönche leben, in der Nähe des Hauptplatzes ist sehenswert. Das Museum zeigt sakrale Kunst aus verschiedenen Jahrhunderten. Diese Statue ist allerdings keine moderne Kunst, sondern nur ein Abbild des Zahns der Zeit, da einige Jahrzehnte außen an der Kirche befestigt. Die Klosterinnenhöfe mit Palmen sind immer wieder schön (und praktisch zum Wickeln).

 

Dann noch ein Touristen-Highlight:

Jeden Montag um 11:00 Uhr kann man die Wachablösung vor dem Präsidentenpalast sehen. Dabei zeigt sich der Präsident (Correa) und einige begeisterte Anhänger schwenken Fähnchen. Die meisten sind jedoch Touristen mit Kamera, fast wie wir. Die Uniformen sind malerisch und die Bewegungen martialisch, was auch das Video zeigt.

 

Im August bekamen wir dann auch lieben Besuch von Markus und Anja und auch einige neue Kolleginnen und Kollegen kamen in Quito an. So unternahmen wir noch einige Ausflüge. Hier nach Cumbayá und die Chiche-Schlucht.

Aber auch die Hängemattenphasen kamen nicht zu kurz.

 

Zum Eingewöhnen dann gleich eine Spezialität, Blancas eigene Meerschweinchen, die wir noch lebend kannten, in Erdnusssoße. Auch Antonia aß mit.

Sie isst jetzt auch sehr gerne allein, mit den entsprechenden Resultaten.

 

Zum Wassermuseum haben wir es dann doch noch geschafft. Und es hat sich auch wirklich gelohnt. Neben einer schönen Anlage, einer interessanten und interaktiven Ausstellung ist auch der Blick auf Quito zu empfehlen. Den Kindern gefiel besonders der Seifenblasenraum, aber auch die anderen kleinen Spiele, Videos und Brunnen.

 

Von Kirchen, Klöstern und Palästen abgesehen, kann man auch das normale Quito von oben beobachten, z.B. auch den Innenhof des Gefängnisses.

 

Mit Markus und Anja fuhren wir dann zwei Tage nach Otavalo, wo wir den Markt um insgesamt 11 Hängematten (davon 6 als Vorhänge) und viele andere Dinge erleichterten. Den Metzger haben wir aber nicht leer gekauft.

Die Taxifahrergewerkschaft feierte zufällig auch 60-jähriges Jubiläum, was uns in den Genuss einer längeren Prozession brachte, weil wir die Strasse zum Hotel nicht überqueren konnten.

 

Unsere Unterkunft war sehr schön, mit Kaminfeuer und allem, was man braucht.

 

Bei Otavalo gibt es auch einen Vogelpark, wo verletzte oder ausgesetzte Tiere gepflegt und gezeigt werden. Der vom Aussterben bedrohte Kondor ist der größte Landvogel der Welt.

 

Immer wieder beeindruckend ist der Tiermarkt am Samstagmorgen. Dank der neuen Kamera kann man auch schöne Nahaufnahmen aus der Ferne machen.

 

Zum Abschluss der kleinen Nordreise ging es dann noch ins Lederdorf von Cotacachi (Gürtel und Taschenkauf) und zur Cuicocha Lagune. Ein kleines Museum zeigte eine für Cornelius faszinierende Brillenbärfamilie.

 

Man kann aber auch schön wandern oder Boot fahren. Wenn man viel Glück hat, dann kann man sogar den Cotacachi Vulkan, die "Tochter" des Imbabura mal wolkenfrei erleben.

Im Holzschnitzerdorf San Antonia de Ibarra haben wir dann noch unsere Krippe mit Schafen, Schweinen und einem Hirtenhund komplettiert. Meerschweinchen gab es leider keine zu klein für die Krippe), aber sie fragen mal nach, ob jemand, der nur Hühner schnitzt, auch kleine für eine Krippe anfertigen kann. Wir hoffen, die Sachen kommen bis Weihnachten...

 

 

Bei einem Ecuador Urlaub darf aber auch ein Pazifikbesuch nicht fehlen. Mit sechs Personen nebst Gepäck war das Auto gut beladen. Und trotzdem ging es unfallfrei ins Las Pigualas in Mompiche, wo Teresa wie immer hervorragend aufkochte.
Das Wetter war nicht sonnig, aber trotzdem war es warm und das Meer einfach herrlich.

 

Bei Niesel ging es dann zum Laufen oder zum Spielen in den großen Cabañas und, nach etlichen exzellenten Säften, auch noch auf eine Bootstour durch die nahen Mangroven bzw. in ein nur per Boot erreichbares Dorf, das auch dementsprechend ursprünglich war.

 

Wieder in Lumbisí haben wir noch den Rest der viertägigen Feiern des Dorfheiligen Bartholomäus mitbekommen. Cornelius durfte seine heiß geliebten "Mumins" sehen, so nennt er bunt verkleidete, tanzende Gestalten hier (Video). Hier kamen Gruppen aus vielen Teilen Ecuadors zusammen, um gemeinsam zu feiern.

Wie die beiden anderen Bilder zeigen, wurde aber auch geschaukelt.

 

Neben einem Cafébesuch haben wir auch noch versucht den Pichincha zu erklimmen. Die Seilbahn hilft dabei natürlich sehr und trotzdem haben wir den Gipfel immer noch nicht erreicht (von der Bergstation auf 4100 Meter nochmal 800 Höhenmeter hoch). Die Aussicht war trotzdem schön, die Sonne heftig und der Wind kalt.

 

Aber Alles hat eben ein Ende und so verließen uns unsere Gäste und die Vorbereitungswoche der Schule begann. Das ecuadorianische Kultusministerium hat sich einige überraschende Neuerungen (Notengebung, Ferienordnung, etc.) einfallen lassen und wir versuchen uns jetzt mal an der Umsetzung. ;)

Auf Maliks Geburtstagsfeier am 31. August krabbelte dann Antonia, von den Eltern angefeuert, zum ersten Mal. :) :) :) (Markus und Anja werden sich ein wenig ärgern, dass sie das nicht mehr erlebt haben). Dazu hier ein Video.

Erstaunlicherweise haben wir jetzt nach fast zwei Jahren auch unser Nummernschild bekommen. Nachdem wir das fürs Auto aber offensichtlich nicht brauchen, habe ich es dann doch fürs Fahrrad genommen.