Reise nach Südecuador und Peru

Dieses Jahr fuhren wir nicht nach Deutschland, um eine ausgedehnte Reise nach Südecuador und Peru machen zu können. Insgesamt sind 25 Tage und 4.500km zusammen gekommen, was wir, die Kinder und das Auto tadellos bewältigt haben (ehrlich gesagt sind die Kinder im Auto oft einfacher zu ertragen als zu Hause...). Cornelius hat mit seinem neuen MP3-Player sehr viele Stunden Bobo Siebenschläfer, Leo Lausemaus und Conni gehört. Zufällig hat er auch einiges aufgenommen, was hier zu hören ist.

Ursprünglich wollten wir eine etwas andere Route nehmen, nämlich über einen winzigen Grenzübergang bei Vilcabamba in die nordperuanischen Anden fahren. Allerdings hätten sich die Fahrttage dadurch noch deutlich weiter gesteigert (und auch die unbefestigten Strassen) und außerdem gab es Unruhen um Cajamarca, vermutlich auch mit Straßensperren, daher entschieden wir uns in Vilcabamba noch um, über Loja nach Macará zu fahren und von dort nach Peru einzureisen. Im nordperuanischen Hochland hätte es sehr interessante Präinkastätten gegeben (Chachapoyas und Kuélap), allerdings liegen diese meist unzugänglich oder nur durch schmale Felspfade erreichbar, so dass wir mit den Kindern ohnehin nicht so viel davon gehabt hätten.

Hier eine Übersicht über unsere Reiseroute, die Ziffern bezeichnen die Nächte.

 

Einen ersten Zwischenstopp machten wir in Mocha um Windeln zu wechseln und zu essen. Zufällig gerieten wir dabei in ein Fest bei dem zunächst etliche Stiere hintereinander aus einem Wagen gelassen wurden und sich einige Betrunkene daran versuchten geschickt auszuweichen. (Video) Cornelius war schwer beeindruckt und erzählt noch heute davon (besonders davon, dass ein Stier in ein parkendes Auto rannte). Wir saßen gut geschützt in einem kleinen Restaurant am Fenster und konnten das Spektakel ganz gut verfolgen. Danach hätte es noch eine echte Corrida gegeben, aber für kleine Kinder ist das nichts.

 

Auf dem Weg haben wir zum ersten Mal den Chimborazo, den höchsten Berg Ecuadors, unter wolkenlosen Himmel gesehen. Ein tolles Erlebnis. Auch die Verkehrskontrolle (120km/h statt der erlaubten 80) konnte rasch und freundlich und ohne Zahlung verlaufen. Ein halbplatter Reifen bei Ambato erwies sich als nur nicht gut aufgepumpt. In Ecuador kann man so etwas im Vorbeifahren in wenigen Minuten erledigen, ohne dass die Kinder aufwachen.

Unsere erste Nacht verbrachten wir in Alausí (von Quito 6h Fahrtzeit), von wo man aus eine malerische Zugreise zur Teufelsnase machen könnte. Für uns war es aber erst einmal nur Zwischenstation auf dem Weg in den Süden. Von den Hotels nicht ganz empfehlenswert, als Ort klein und nett. Die Züge sind bewusst antiquarisch. Die Dame im letzten Bild steht stellvertretend für die Vielen auf der Reise, die unsere Kinder herzen und küssen und sich mit ihnen fotografieren lassen wollten.

 

Von Alausí dann in einem Rutsch nach Vilcabamba, was ein langer Fahrttag war (7.5h). In Cuenca machten wir eine Pause, was Cornelius für eine erste Fahrt in einem Elektroauto nutzte. Gasgeben und Lenken gleichzeitig muss er aber noch lernen.

Auf dem Weg zwischen Loja und Vilcabamba wäre uns fast ein Laster frontal ins Auto gefahren, auf einer Bergstraße in einer Kurve, wo wir auch nicht hätten ausweichen können. Er ist im letzten Moment wieder auf seine Spur geschwenkt. Danach haben wir uns wirklich gar nicht mehr während der Fahrt abgeschnallt, was zu ziemlichen Verrenkungen beim Fläschchengeben führte.

Vilcabamba ist berühmt für seine Ruhe und schöne Landschaft und seine große Zahl an Hundertjährigen. Das führt dann auch zu einem Anstieg an Esoterikern. Hier kann man sehr schön wandern und die Natur genießen, wenn man nicht gerade zwei kleine Kinder hat, die schon nach drei Stunden Wanderung ihren Eltern deutlich sagen, dass sie keine Lust mehr haben. Übernachten kann man schön in der Izhcayluma Lodge unter deutscher Leitung und mit hervorragendem Rösti. Das letzte Bild zeigt Lehmziegel beim Trocknen.

 

Hier ein Schild, das man hier sehr oft sehen kann: es wird vor arbeitenden Männern gewarnt, was ja durchaus seine Berechtigung hat...

 

Wie schon oben erwähnt sind wir dann doch nicht hier über die Grenze, was bei den Straßen dort auch keine Freude gewesen wäre (3 Tage mehr Fahrt), sondern fuhren erst einmal weiter nach Zaruma (4h Fahrtzeit), einer sehenswerten Goldgräberstadt in Südecuador. Wir übernachteten im schönen El Jardín mit Capybaras (Wasserschweinen) und Rehen im Garten. Gold wird jetzt hauptsächlich im Fluss gesucht, der deswegen auch leider stark Quecksilberbelastet ist.

Unsere Ankunft am Hauptplatz fiel leider mit dem Schulende einer Mädchenschule zusammen, was dazu führte, dass Antonia und Cornelius ca. eine Stunde lang gehätschelt und fotografiert wurden. Cornelius war dabei, wie immer bei so etwas, sehr ungnädig. Auch Antonia weinte irgendwann lautstark, was man auf dem Foto noch erkennen kann.

Das beeindruckende grüne Haus ist, wie so einige hier, aus Holz gebaut.

 

Von Zaruma aus ging es dann in des Bosque Petrificado Puyango, bereits nahe der peruanischen Grenze. Dort sind in der ganzen Gegend versteinerte Bäume verstreut und man kann mit Führung auf einem Lehrpfad durch ein geschütztes Stück Wald gehen. Von dort darf man natürlich nichts mitnehmen aber da die Gegend voll von Versteinerungen ist, haben kann man trotzdem etwas finden. Wir haben leider keinen so schönen Ammoniten gefunden, wie er dort im Museum liegt (ca. 1m Durchmesser!), aber immerhin ein großes schweres Stück Holz mitgenommen.

 

Was wir aber gefunden haben ist eine saubere Flusslagune, wo man romantisch und ungestört baden kann (wenn man keine Kinder hat).

Was man nicht kann ist gut essen. Das nächste Restaurant erwies sich als wenig empfehlenswert, dafür aber stark überteuert.

 

Übernachtet haben wir dann notgedrungen in Celica, weil wir es bis Macará nicht mehr schafften. Celica ist ein grauenhaftes, leider sehr "normales" ecuadorianisches Kaff. Die wenigen Hotels am Ort waren alle unattraktiv, dreckig und das Personal unfreundlich. Ein Hotel an der Hauptstraße war dann wenigstens akzeptabel (wir haben aber nicht geduscht...), die Hähnchenbraterei gegenüber aber gut. Die folgenden Bilder zeigen deutlich, dass wir hier doch abseits der touristischen Reiserouten waren. Von nun an folgen wie der Regel: ein Ort, der nicht im Feser-Reiseführer beschrieben wird, ist als Übernachtung nicht geeignet; traurig, aber wahr.

 

Am nächsten Tag ging es dann über den Grenzübergang Macará weiter nach Peru. Immer wieder erstaunlich lange dauert es an der Grenze. Zuerst reist man mit Stempel aus Ecuador aus, dann mit Stempel in Peru ein. Nimmt man ein Auto mit, dann muss man das bei der Polizei anmelden, eine lokale Haftpflichtversicherung abschließen und dann noch mal beim Grenzschutz sehr umständlich anmelden. So etwas kann schon mal zwei Stunden dauern. Dafür haben wir illegal die Heuschrecke an der Windschutzscheibe nach Peru eingeschleust, die ca. 100 km mit uns mitfuhr.

Die Landschaft änderte sich hinter der Grenze allmählich und wurde immer mehr zur Wüste, die uns in Peru dann immer begleitet hat. Es liegt gleich sehr viel mehr Müll am Wegesrand, was wir gar nicht mehr gewöhnt sind; wir hatten tatsächlich einen kleinen Kultur- oder vielmehr Landschaftsschock. Auf den Straßen kommt man dann auch schnell voran, wenn man die Polizeikontrollen vermeidet. Der erste Polizist hielt uns dann auch schon nach wenigen Kilometern an, fragte aber nur freundlich ob wir alle relevanten Papiere hätten. Nachdem wir das bejahten ließ er uns durch, ohne das zu überprüfen. Insgesamt war die Polizei sehr freundlich. Einmal wurden wir sogar nur angehalten, weil man uns als Touristen mit Handschlag begrüßen wollte.

 

In einem Siebensitzer mit Klimaanlage, mit genügend Spielzeug, Kinderliedern, Hörbüchern und Keksen und einem oft ruhig schlafenden Baby lässt sich die Fahrt gut ertragen. Mit Antonia ging es gerade noch gut im Auto; aber schon wenige Wochen später wollte sie sich viel bewegen und fing an zu krabbeln, so dass das dann nicht mehr möglich gewesen wäre.

 

Wir fuhren über Sullana und Piura nach Chiclayo (6.5h Fahrtzeit). Es gab herrliche Dünen, die uns und die Kinder begeisterten. Rauflaufen und runter rutschen!

Auch unser Auto sah zeitweise doch sehr nach Wanderdüne aus.

 

 

In Chiclayo selbst wollten wir nicht übernachten, wir hatten nichts Gutes über die Stadt gelesen. So ging es zunächst auf eine Pferdefarm einer Schweizerin, die hier ein paar Pasos Peruanos (einheimische Pferderasse) hat und auch bei Pferd&Reiter vertreten ist. Hühner, Pferde, Hängematten und Hunde gibt es da. Und ein leckeres Hähnchen im Dorf. Überhaupt ist das Essen in Peru deutlich besser als in Ecuador; selbst einfache Mittagsmenüs für umgerechnet 2 Dollar können z.B. als Vorspeise mit Erdnusssoße-Kartoffeln und als Hauptgang mit leckerem Fischeintopf (Pescado sudado), gut gewürzt, sein. Nicht immer dieses Hähnchen in Soße...

 

Der nächste Tag brachte dann endlich mal Ruhe, einen Umzug in eine Ferienanlage mit Swimming Pool, Spielplatz und Kinderzoo (dort übernachteten auch Ingenieure von Krones aus Neutraubling) und eine sinnlose Fahrt in das hässliche Hafendorf Pimentel.

Am nächsten Tag machten wir es besser, denn wir besuchten die beeindruckenden Lehmpyramiden, Huacas genannt, von Túcume. Die früher noch zahlreicheren Grabräuber heißen demnach auch Huaqueros. Die 26 Pyramiden, eigentlich Tempelberge, von Túcume gehören zur Lambayeque Kultur, die letzte Pyramide dann zur Chimú Kultur. Vom Purgatorio Hügel im Gelände wurden angeblich die Einheimischen von den Spaniern herunter gestoßen, wenn sie sich dem christlichen Glauben verweigerten.

(Zeitliche Abfolge der Kulturen, die wir gesehen haben: Moche Kultur 200-1000n.Chr., Lambayeque/Sicán Kultur 900-1100, Chimú Kultur 1250-1470; also alles Vorinkakulturen, die erst 1470 von den Inka blutig erobert wurden, um dann 60 Jahre später den Spaniern zum Opfer zu fallen. Mehr Informationen unter http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Perus).

 

Von den Lambayeque sind kaum figürliche Darstellungen erhalten. Das Bild hier, nicht das mit dem Schwein, zeigt die eine Szene aus dem Gründungsmythos der Chimú. Deren erster König kam über das Meer, aus Polynesien vielleicht, und landete an der Küste, wo die Chimú dann ein großes Reich begründen konnten.

 

Der herausragendste Fund in der Gegend ist sicherlich der "Herr von Sipán". Für diesen wurde in Lambayeque ein eigenes Museum im Pyramidenstil gebaut. Architektonisch und inhaltlich ein tolles Museum.

Die entsprechende Pyramide wurde zunächst von Huaqueros geplündert, die dann von der Polizei verjagt wurden. Dabei wurde ein Mensch erschossen. Wissenschaftliche Grabungen an der Stätte führten dann zu mehreren Sensationsfunden aus der Mochezeit. Die Ausgrabung kann man auch noch besichtigen. Dort sind auch Repliken der Fundstücke in Originallage zu sehen, wie im unteren linken Bild. Weitere Forschungen durch Uli brachten leider keine Ergebnisse (aber es ist immer schön, noch Scherben zu finden, auch wenn man sie nicht mitnimmt).

 

Von Chiclayo aus ging es dann nach Trujillo (3.5h), an so wunderbaren Städten wie dieser hier vorbei. Der Rest dieser Stadt, und auch der Friedhof, sind in ähnlichen Zustand wie im Bild zu sehen. Als Faustregel gilt: je armseliger und weiter weg von allem, desto näher an Gott...

 

Auch in Trujillo wollten wir nicht in der Stadt selbst übernachten, obwohl die Stadt schön ist, schließlich gibt es ganz nah das schöne Fischerdorf Huanchaco. Dort beginnt auch der Roman "Der Schwarm" von Schätzing. Untergekommen sind wir im Huanchaco Gardens mit kleiner Küche und Esszimmer dazu ein Schlafzimmer. Draußen zwei Swimming Pools, Kinder und Tiere. Für uns wunderbar, wie auch dieses Video zeigt.
Nach Strandbesuchen ist bei beiden Kindern stets eine Grundreinigung angebracht, wie dieses Bild hier zeigt.

 

In Huanchaco werden noch tatsächlich die altertümlichen "Caballitos de Totora" gebaut und zum Fischen verwendet. Man sitzt darauf beinebaumelnd, die Aushöhlung hinten dient der Aufnahme des Fanges. Alle sechs Monate muss das Boot neu gebaut werden.

 

Trujillo selbst ist eine schöne Stadt mit wunderbaren Kolonialhäusern und großer Balkonkultur. Und es gibt eine Fußgängerzone! Ohne Kinder hätten wir uns also in ein Café setzen können.

 Cornelius hat natürlich hauptsächlich die Tauben auf dem Hauptplatz gejagt. Im übrigen war es schon sehr warm; der bedeckte Himmel täuscht ein wenig.

 

 

Auch der Käfer hat es uns angetan. Für uns war die Fußgängerzone ein Hauch Europa.

 

Damit nicht nur die Archäologie zum Zuge kommt, haben wir auch das kleine Spielzeugmuseum besucht. Cornelius wollte unbedingt alle Spielsachen mitnehmen und bedauerte es sehr, keine große Tüte dabei zu haben.

 

 

Eine der Hauptattraktionen ist die Lehmziegelstadt Chan Chan, and der man einige km an der Straße entlang fahren kann. Die Hauptstadt des Chimúreiches war die größte präkolumbische Stadt  Amerikas und erstreckt sich über 20km². Sie gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Nach Chan Chan kann man vom Zentrum aus fast zu Fuß gehen.

 

Das Museum ist alt und verstaubt und von der ganzen Stadt kann nur ein Komplex besichtigt werden. Dieser aber ist beeindruckend. Pelikane, Fische und andere Tiere sind zu sehen. Dazu mehrere Opferplätze, Nischen mit Kriegern, etc. Bei Cornelius führte das ständige Ansprechen und Anfassen durch Fremde dazu, dass er besonders Frauen trat und "tonta" ("Dumme") rief. Wir machten aber viele Pausen im Schatten und aßen auch viel Eis, so dass kein Besichtigungsstress aufkam.

 

Mitten im Stadtgebiet liegen noch weitere Huacas, z.B. die Moche Huaca Arco Iris (Regenbogen) mit beeindruckenden Darstellungen von Kriegern und mythischen Tieren, die dämonengleich Menschen verschlingen.

 

Nicht alle waren mit der Sauberkeit unseres Autos einverstanden und zeigten dies schriftlich, wenn auch mit Rechtschreibfehler (aber da im Spanischen b und v gleich klingen ist der Fehler eher üblich).

 

Die letzten Huacas, die wir in Trujillo besuchten waren die Huaca del Sol y de la Luna. Diese stammen aus der Mocheperiode und weisen noch etliche farbige Stellen auf, z.B. vom Spinnengott oder von diversen Opferzeremonien. Alle Kulturen in der Küstenwüste Perus hatten mit der Trockenheit und besonders mit dem Klimaphänomen El Niño zu kämpfen. Die Moche versuchten es mit rituellen Kämpfen eigener Krieger. Der Verlierer wurde dann, vorher wohl noch mit Drogen betäubt, zum Wohle des Staates geopfert.

Jede Familie war dazu verpflichtet, eine bestimmte Menge an Ziegeln zu den großen Werken abzugeben. Damit man die Ziegel unterscheiden konnte, wurde unterschiedliche Zeichen verwendet, ähnlich wie im europäischen Mittelalter die Steinmetze ihre Zeichen auf die von ihnen behauenen Steine setzten. So ein Lehmziegel ist aber viel leichter herzustellen, wiegt sehr wenig und verfällt auch vergleichsweise schnell (außer vielleicht in der Küstenwüste Perus).

 

Peru hat auch eine stolze Pferderasse (Paso Peruano) mit einer ganz eigenen Gangart, die es sonst nirgends gibt. Es ist ein spezieller Passgang, den man auf dem rechten Bild gut sehen kann: linkes Vorder- und Hinterbein bewegen sich synchron; das gibt es bei normalen europäischen Pferden gar nicht, ist aber sehr bequem für den Reiter. Galoppieren tun die Pferde hier gar nicht; aber es gibt einen langsameren und schnelleren Pass. Dazu sahen wir eine schöne Vorführung (Video).

 

Eine weitere Besonderheit auch in Trujillo ist der Marinero Tanz, bei dem die Frau barfuss tanzt. Natürlich geht es ums "Anbandeln". Dazu ein Video.

   

 

Zum Schluss zeigte man uns noch eine Kombination zwischen Marinero und peruanischem Passgangpferd (Video)

 

Die Rückfahrt war dann wieder wüstenreich. Wo überhaupt Menschen leben sind die Häuser sehr ärmlich. Insgesamt brauchten wir von Trujillo nach Piura 5h. Die Hotels dort sind nicht zu empfehlen, auch plagen einen die Mücken, ungewöhnlich für das trockene Klima der Region.

 

Dann ging es an die Küste in Richtung Máncora (3h), einem Surferparadies und dem berühmtesten Strand Perus. Hier wird auch an Land und im Meer Öl gefördert, man sieht immer wieder kleinere Pumpen auf dem Weg.

 

Máncora selbst ist nichtssagend und der Strand im Vergleich zu denen Ecuadors nichts besonderes, ein Suferparadies eben. Aber wir haben schön in Kimbas Bungalows gewohnt. Der Swimming Pool war wichtig für die Entsalzung der Kinder und Cornelius hat ihn begeistert genutzt.

 

Surferbedingt kann man in Máncora selbst wenig machen (außerdem gibt es keinen Schatten am Strand), aber einen Ausflug zu einer heißen Quelle, wenn man sie findet, kann man unternehmen. Oder aber knapp südlich das Fischerdorf Ñuro, auf dessen Mole jeden Morgen die Fischer alles ausladen und die Reste über Bord werfen, was Pelikane und Schildkröten freut. Davon ein Video.

Die Wasserschildkröten haben fast 1m Durchmesser.

 

Danach kann man einen sehr einsamen, wenn auch windgeplagten, Strand genießen. Autofahren am Strand ist für uns mittlerweile schon normal geworden.

 

Damit war unsere Perureise zu Ende und wir haben uns wieder auf den Weg nach Ecuador gemacht. Weil die Wale von Puerto López letztes Jahr so großen Eindruck auf Cornelius gemacht haben, beschlossen wir, über die ecuadorianische Küste zurück zu fahren.

Von Máncora bis Guayaquil über die Grenze haben wir einen 5.5h gebraucht und in der heißen Stadt eine Nacht verbracht. Wenn der Reiseführer aktuell gewesen wäre, dann hätten wir vielleicht auch nicht vergeblich das schöne Hotel gesucht, von dem die Rede war.

Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Puerto López, wo wir wieder eine Waltour buchten, diesmal ohne die Isla de la Plata. Leider haben wir dieses Mal keine so schönen Walansichten gehabt, dafür aber ein paar Blaufußtölpelkolonien.

 

Vom Strand in Puerto Lopez haben wir nur wenige Bilder, Sand und Wind sind keine natürlichen Freunde der Kamera, aber einige doch (links oben der Blick von unserer Privat-Terrasse) und dazu ein Video.

 

Auch im Hotel gab es für Antonia wunderbare Steine zum Spielen.

Am Morgen werden in Puerto Lopez schwunghaft die Fische verkauft und die schlecht verkaufbaren Teile auch sofort verspeist, ein schönes Spektakel, von dem wir ein Video haben.

Gut haben wir in Puerto Lopez bei Doña Elsie gegessen und dann auch wieder, wie im letzten Jahr, im Delfin Mágico in Salango.

 

Nach drei Nächten ging es weiter die Küste hoch. Wir machten einen Abstecher nach Montecristi, bekannt für seine Hüte, die andernorts fälschlicherweise Panamahüte heißen. Die Hutrohlinge werden in teils monatelanger Arbeit in den Dörfern der Umgebung gefertigt, wobei die Arbeit der Hutflechter so schlecht bezahlt wird, dass sie davon alleine kaum leben können. In Montecristi wird dann der Rohling zum fertigen Hut geformt, was den Preis verdoppelt oder verdreifacht. Wenn man die Hüte in Quito kauft, dann kostet das schon das Doppelte von den Hüten in Montecristi und in Europa und den USA werden die teuersten Hüte für bis zu 35.000$ verkauft! Diese Hüte sind so fein geflochten, dass man damit Wasser schöpfen kann oder sie durch einen Ring ziehen kann, ohne dass sie ihre Form verlieren.

Hüte gibt es in allen Preisklassen (ab 20$) und wir haben uns beide sehr schöne Hüte gekauft, wenn auch nicht die teuersten.

 

Den Meeresarm von Bahía de Caraquez, wo wir zu Mittag aßen, kann man jetzt über eine beeindruckende Brücke passieren.

 

Die letzte Nacht unserer Reise verbrachten wir dann auf der Finca Il Peperoncini, einem Bauernhof mit vielen Tieren und einer kleinen archäologischen Stätte zwischen Jama und Pedernales. Man bekommt dort zum Frühstück selbst gebackenes Brot mit Kaffee aus eigenem Anbau. Der italienische Besitzer ist mit einer Ecuadorianerin verheiratet und es gibt auf dem Gelände ein paar alte Reste.

 

Gegen Ende des Urlaubs lernte Antonia ein Versteckspiel mit Genuss spielen. Dazu ein Video. Hier noch ein paar Bilder von der Finca.

 

Und am nächsten Tag ging es dann zurück nach Quito.