Neues Schuljahr

 

Die Ferien sind vorbei und Ende August beginnt die Vorbereitungswoche auf das neue Schuljahr.

Auch Cornelius hat wieder viel gelernt. Zum Beispiel legt er seinen Finger auf seine Dinosauriersocken und sagt: "Aua, aua", weil ihn der Dino gebissen hat. Wenn er sich am Tisch gestoßen hat, dann haut er kräftig mit der Hand darauf und sagt "Malo, malo, malo". Er hat jetzt auch gelernt, zwischen Deutsch und Spanisch zu unterscheiden. Mit uns redet er viel Deutsch, aber mit Martha und Blanca Spanisch.

Mit Beginn des Schuljahres geht Cornelius auch in einen Kinderharten, La Hacienda. Dort wird nur Spanisch gesprochen und es gibt einen großen Garten mit alten Bäumen, viele Tiere und ein Montessorikonzept. Es hat ein wenig gedauert, bis er sich an die anderen Kinder gewöhnt hat, aber mittlerweile geht er sehr gerne dahin. Jeden Tag sagt er "schöner Kindergarten" und "schöner Samuel", sein bester Freund dort. Hier kommen Bilder davon.

Wie man sieht, fährt Cornelius sogar mit dem Bus, brav angeschnallt und mit den anderen Kindern. Ich denke, dass das in Deutschland so früh kaum denkbar wäre. In der Woche vor Allerseelen haben sie auch im Kindergarten traditionelle Guaguas de pan (Brotbabies) gestaltet und dazu gab es dann eine Colada Morada (ein Fruchtsaft aus vielen verschiedenen Früchten, hauptsächlich rot, man kann das warm oder kalt trinken). Beim Formen durften die Eltern natürlich mithelfen.

 

Auch die anderen Kinder im Freundeskreis wachsen. Der kleine Franz, der letztes Jahr in Ecuador geboren wurde, krabbelt viel und zieht sich auch an allen Dingen hoch. Daneben ein Bild von Cornelius mit Blanca, die sehr viel mit ihm spricht und scherzt, während Martha eher leise mit ihm spielt. Er hat sie beide sehr gerne.

 

Manchmal ist es auch bei uns kühler und nasser, besonders im Oktober und November und wenn Cornelius schon vor 7 Uhr draußen spielen will. Dann muss er auch wärmer angezogen werden. Da es in unserer Urbanización keine geteerten Straßen gibt, hat Cornelius große Freude an den Riesenpfützen (Video).

Cornelius hat jetzt auch mehr Interesse an den Geschichten in seinen Büchern. Große Renner sind z.B. "Die Raupe Nimmersatt", "Bobo Siebenschläfer" und "Die kleine Maus sucht einen Freund" (Video).

Zum Leidwesen von Uli hat er auch ein großes Faible für seine Dschungelbuch-CD entwickelt. Die hört er jeden Tag dreimal und tanzt auch gerne dazu (Video).

Wie an vielen Orten mit deutschen Auswanderern gibt es auch in Ecuador ein Oktoberfest. Dieses Jahr auch hier unten im Tal, in der Nähe der Schule. Cornelius und Clemens trugen gute Tracht, aber Uli passte leider nicht mehr in ihr Dirndl. Aber auch so haben wir den Trachtenwettbewerb mit Abstand gewonnen (die Konkurrenz war aber nicht sehr groß). Es gab einen Familiengrill für uns. Natürlich haben wir auch jede Menge Kollegen, Schüler, Eltern, etc. getroffen. Natürlich gibt es auch hiervon ein Video.

 

Schon am Tag darauf dann der zweite Geburtstag von Cornelius. Uli buk einen wunderbaren Geburtstagskuchen und wir haben schön gesungen. In der Kirche war Erntedank und sogar dort hat die Gemeinde dann am Ende des Gottesdienstes für Cornelius einen Geburtstagskanon gesungen. In so einer kleinen und übersichtlichen Gemeinde ist das eben auch möglich.

Am Nachmittag kamen dann viele Kinder, aber Cornelius spielte natürlich lieber mit seinen neuen Dinosauriern und las sein neues Eisenbahn- und Dinosaurierbuch. Auch das neue Trampolin war der Renner bei Gästen groß und klein. Dazu noch ein Video.

 

 

Hier haben jetzt auch die Qualifikationsspiele zur Weltmeisterschaft 2014 begonnen und Ecuador empfängt alle anderen Länder in Quito. Die Höhe ist dabei natürlich ein Heimvorteil, den Ecuador aber auch braucht. Das erste Spiel besuchte Uli zusammen mit vielen Kollegen der Deutschen Schule. So hat sie ihr erstes Fußballspiel live gesehen und das auch noch in Ecuador bei einem Länderspiel im Atahualpa Stadion. Obwohl die Heimmannschaft 2:0 gegen Venezuela gewann, war sie aber nicht restlos hingerissen. Das nächste Mal, gegen Paraguay, geht Clemens dann. Cornelius ist leider noch zu klein.

 

Am 7. Oktober ein weiterer großer Tag im Leben unserer Familie. Wir haben Cornelius in sein eigenes Zimmer ausquartiert und schlafen zum ersten Mal seit zwei Jahren allein. Und das ging erstaunlich gut. Cornelius hat sein Bett am neuen Platz gut akzeptiert und wir haben endlich etwas mehr Ruhe (zumindest bis zur Geburt des nächsten Kindes).

Mit der Gemeinde haben wir einen Ausflug nach Papallacta gemacht. Dort hätten wir auch übernachten können, aber wir hatten die Zimmer zu spät gebucht. Trotzdem haben wir uns wohl gefühlt, uns viel unterhalten und gesungen.

 

Malen und musizieren hat Cornelius auch im Kindergarten stark weiter entwickelt. Das kann zu schönen Ergebnissen führen.

 

Ganz kurzfristig haben wir uns doch noch entschlossen, in den Herbstferien weg zu fahren. Der Arzt war nicht dagegen und die Fahrt in den Dschungel auch nicht ewig lang. Auf dem Weg nach Tena, wo wir übernachtet haben, hielten wir zunächst in einem kleinem Flussbad. Dort gibt es auch den Eingang zu berühmten Höhlen, die wir aber leider wegen Schwangerschaft und weil Cornelius noch nicht 5 Jahre alt ist besuchen konnten. Aber es gab auch schöne Petroglyphen. Wenn Clemens mit Cornelius im Arm nicht ausgerutscht wäre, hätte es auch kein Geschrei dabei gegeben.

 

Im heiligen Tal von Cotundo, ganz in der Nähe, gibt es noch viele weitere Petroglyphen. Diese sind bis zu 2500 Jahre alt. Ein Lokalhistoriker schrieb auch ein kleines Buch, das wir uns vor Ort für einen Dollar kopiert haben. Es ist zwar auf Spanisch, aber die Bilder helfen vielleicht trotzdem weiter, deswegen kann man es hier herunterladen. Geführt wurden wir von einer Abiturientin, die jetzt Sprachen studieren und ins Ausland gehen will. Und das obwohl sie aus einem wirklich kleinen Dschungeldorf kommt. Der Weg war abenteuerlich und Cornelius entdeckte viele Ameisenstraßen. Uli wurde dann schmerzhaft von einer Riesenameise gebissen.

 

Dann ging es weiter nach Misahualli. Wegen der Feiertage war das ganze Dorf überflutet. Sogar einen deutschen Koch aus Guayaquil haben wir getroffen, den wir zusammen mit seiner deutsch-ecuadorianischen Familie antrafen.

Neben dem schönen Dorfplatz und dem Fluss sind natürlich die halbzahmen Affen eine Attraktion. Die haben einem kleinen Kind, das von seiner Mutter im Arm gehalten wurde, den Jogurt geklaut. Dann auf den Baum, geschickt öffnen und schließlich essen.

Wir aßen guten Fisch, Tilapia, ein afrikanischer Flussfisch, den es hier massenhaft gibt, eingewickelt und gedämpft in einem Bananenblatt.

 

Zuletzt, auf dem Rückweg, haben wir nochmal am Fluss der Hakuna Matata Lodge Station gemacht. Auch hier haben wir Petroglyphen entdeckt. Und Cornelius durfte noch eine Stunde baden und im Sand spielen, während wir in Ruhe lasen oder schliefen. Ein schönes Leben.

 

 

Wieder zuhause angekommen, haben uns die Hunde freudig begrüßt. Uli wusch die Schuhe und Cornelius hat sich dann entschlossen die Hauswand zu waschen, wie dieses Video zeigt.