Mit Ulis Familie

Ende Januar kamen Sigi und Lisa bei uns an. Am Anfang der obligatorische Ausflug in Quitos Altstadt, wo am Sonntag die Strassen für Autos gesperrt sind und Tanzvorführungen stattfinden.

Hier ein paar Videos von unseren Ausflügen nach Quito mit Ulis Eltern und Geschwistern. Ein Video vom Leben auf der Plaza Grande mit Präsidentenpalast und ein Video von einer Tanzvorführung.

Natürlich muss man auch die älteste Gasse Quitos besichtigen, die Ronda, wo es neben kolonialem Charme auch noch Canelazo gibt, eine Art Glühwein aus Naranjillasaft, Zimt und aguardiente (Zuckerrohrschnaps). Für 50 Cent erhältlich in Bechern, wie sie Sigi hält.

Die Plaza San Francisco ist Cornelius Favorit: wegen der Tauben, die er dort jagen kann.

 

Lisa und Sigi waren auch öfter allein unterwegs, z.B. in Mindo, wo sie schöne Aufnahmen von Kolibris, Schmetterlingspuppen und Schmetterlingen gemacht haben.

 

Hier ein paar Bilder vom Sonntagsmarkt in Sangolqui, wo wir auch mit Ladi und Geli schon waren. Es gibt große Krebse, kleine Hunde, gegrillte Schweineköpfe und was man sich sonst noch alles wünscht...

Clemens musste natürlich kleine Schnecken zum Auszutzeln essen - wir anderen haben dankend abgelehnt. Auf der Plaza war dann etwas weniger Getümmel.

 

Und dann machten wir uns - zusammen mit Jürgen, der mittlerweile auch gekommen war - auf den Weg zum Strand. Damit ihr nicht meint, alles ist immer so schön, hier ein paar Fotos davon, wie es auf dem Weg - und somit in großen Teilen Ecuadors - aussieht. Das würde ich als "normal" bezeichnen.

 

Unser Ziel war Mompiche, ein kleiner Strand mit Fischerdorf, was gerade touristisch aufgebaut wird.

Hier der Blick von unserem Hotel, das schwarze unten ist unser Auto.

 

Wir wollten eigentlich in diese Cabañas und sind dorthin abenteuerlich nachts über den Strand gefahren (und wären fast von der Flut vom Dorf abgeschnitten worden). Sie waren noch nicht offen, was vielleicht kein Verlust war... obwohl sie natürlich sehr idyllisch liegen.

 

Und hier ein paar Strandvideos. Einmal ein genüssliches Strandleben, dann Cornelius beim Schieben des Kinderwagens und zu guter letzt noch zu dritt in den Wellen des Pazifik.

 

Im Dorf gibt es noch keine gepflasterten Strassen, weshalb wir bei Regen sehr froh über unseren Vierradantrieb waren - es gibt dann nur noch riesige Schlammfelder.

 

Wir hatten uns am Südende des Dorfes einen Strand auserkoren, wo es Schatten gab und wir die Einzigen waren.

 

Cornelius Leben dort bestand aus: Sand in allen Variationen und Bilderbüchern. Immerhin eignete er sich auch als Sonnenschutz.

 

Mompiche ist unter Surfern berühmt für seine "tres olas siguientes". Tatsächlich rollen immer drei Wellen heran (die Jürgen hier ausnützt) und dann kommt eine Pause.

Ansonsten gibt es viele kleine rote Krabben, die über den Strand huschen und sich pittoresk eingraben.

 

Der 2. Teil des Strandurlaubs fand dann wieder in Coco Solo statt, einem Hotel in Alleinlage an einem 40 km langen Palmenstrand (wo wir ebenfalls schon mit Ladi und Geli waren).

 

Da Cornelius fast ausschließlich damit beschäftigt war, sich in die Wellen zu stürzen, machten wir einen Ausflug nach Cojimíes, einem kleinen Fischerdorf, wo die größte Attraktion in Hühnern hinter einem Zaun bestand.

Aber man kann immerhin wunderbar "pescado encocado", Fisch in einer typischen Kokossoße essen.

 

Wieder zu Hause gemeinsames Wursteln in der Küche. Unsere beiden Hunde-Schweinchen, hier knapp 4 Monate alt, müssen sich vom vielen Graben im Regen erholen.

 

Nun ein paar Videos von Cornelius:

Cornelius freut sich hier sehr an einer Bayernkarte, die ihm Ladi und Geli geschickt haben.

Aber auch das Bobby Car ist ihm eine große Freude.

Der Garten ist natürlich einer seiner Lieblingsplätze, aber auch die Küche verachtet er nicht.

Im Garten ist er auch oft mit Sigi und den Hunden unterwegs.

 

 

Es folgte ein Ausflug nach Otavalo, dem angeblich größten Indiomarkt Südamerikas, wo man von handgestrickten Jäckchen bis importierter chinesischer Massenware alles finden kann.

 

Jürgen konnte ein paar Fotos von Einheimischen machen, was bei uns meist ausbleibt. Unten ein Teil unserer Ausbeute nach dem kollektiven Kaufrausch.

 

Noch ein paar Videos: auch im Haus hat Cornelius Freude, z.B. beim Turmbau oder mit dem Flugzeug.

Matratzenhüpfen ist auch eine große Leidenschaft.

 

An einem Samstag konnte ich (Uli) dann nach langer Zeit mal alleine einen Ausflug machen: einen Frauen-Reitausflug in den Pululahua-Krater. Das war vor langer Zeit einmal ein riesiger Vulkan, der explodierte und von dem heute nur noch die Seitenwände (die höhere Bergketten im Bild) existieren. Auf dem Boden wird heute Landwirtschaft betrieben. Der kleine Berg in der Mitte ist der Vulkandom, wo die Lava herauskam. Dort sind wir dann außen herum geritten.

 

Wir verbrachten ziemlich viele Stunden auf dem Pferd und ritten durch völlig verschiedene Landschaften, einschließlich durch alte in den Boden gefurchte Inkapfade (die zu dunkel zum Fotografieren vom Pferd aus waren).

 

Mein Muskelkater hielt sich tatsächlich für 7 Tage (!)

 

Hier ein paar Bilder von einem Sonntagsspaziergang bei uns in der Gegend: in den Flusstälern kann man teilweise sehr schön spazieren gehen und danach die drei Babys noch beim Fluss austoben lassen.

 

 

... und so sieht ein typischer Mittagsschlaf in unserem Bett aus...

 

In der Küche leben wir auch viel, weil dort auch die Hunde hineindürfen. Hier noch zwei Videos mit Cornelius, eines wieder mit der Bayernkarte und das zweite beim neuen Hobby, dem Ausräumen des Küchenschranks.

Mittlerweile spricht Cornelius immer mehr. Seine ersten beiden zusammen hängenden Worte sind "da is" und die Banane heißt seit März "nane". Alleine an Vogelstimmen kann er Kuckuck, Möwe, Tukan, Amsel, Huhn, Ente, ... unterscheiden und auch die Bilder erkennen.

 

 

Zum Abschluss des langen Familienbesuchs fuhren wir über Fasching vier Tage in den Norden. Die armen Hunde mussten alleine zuhause bleiben, weil Uli es nicht übers Herz brachte, sie in eine Hundepension (= Zwinger fast den ganzen Tag) zu geben.

Am ersten Tag fuhren wir bei leichtem Regen nach Otavalo und zwar die Route über Tabacundo zur Laguna Mojanda, eine, wie sich herausstellte, extrem schwere Strecke, wo unser Auto alle seine Kräfte aufbieten musste (Video). Wir sind mit dem Auto teilweise meterweit nach unten gerutscht und es stellte sich öfter komplett gegen die Fahrtrichtung, so dass wir schon alle dachten, unser letztes Stündlein hätte geschlagen. Ein Einsamer, der uns entgegenkam, wollte tatsächlich dort hoch, was wir ihm zum Glück ausreden konnten.

Fazit: wir fahren nicht mehr irgendwo hoch und denken "wird schon gehen", wenn dort sonst niemand fährt und es auch noch regnet...

Dafür war der Tiermarkt in Otavalo besonders schön, so dass wir gleich mehrere Videos machten (Tiermarkt 1, Tiermarkt 2, Tiermarkt 3). Fotos sind natürlich nicht ganz so einfach zu machen.

 

Nach zwei Nächten im empfehlenswerten La Luna in Otavalo ging es weiter nach Ibarra, einer Stadt auf frühlingshaften 2100 Metern. Dort hatten wir ein sehr schönes Hotel, das Hotel Imbabura, das viel Charme besitzt. (Video)

In Ibarra wurde dann auch groß Fasching gefeiert, mit Live-Musik und praktisch rückstandsfreiem Schaum (Video 1, Video 2).

Hier sieht man, wie viele Leitungen es gibt, die man alle über die Strasse spannen kann.

 

Der sehr hilfreiche Besitzer des Hotels, Pepe, sammelt seit Jahrzehnten Präinka-Objekte, die er bei sich in einem Zimmer ausstellt und besonders ineressierten Gästen zeigt. Leider wurden ihm vor ein paar Jahren seine Goldmasken geklaut, aber der Rest war auch sehr eindrucksvoll.

 

Am nächsten Tag ging es zur wunderschönen Cuicocha Lagune (= Meerschweinchensee), wo man theoretisch (wir waren zu spät dran) in 4-6 Stunden außen rum gehen kann. Wir haben uns auf eine Stunde beschränkt und dann noch eine Bootsfahrt gemacht.

Ein letzter Höhepunkt war der Besuch des El Angel Nationalparks, ganz im Norden von Ecuador, an der kolumbianischen Grenze. (Video)

Dort haben wir eine Wanderung durch den Polylepis-Wald gemacht. Polylepis ist eine Baumart, die aussieht wie aus einem Märchen und dank ihrer abblätternden Rindenschichten so benannt ist. Nur noch in diesem Tal von 1,5km Länge gibt es diesen beeindruckenden Wald, der von Bächen, Mooren und Lagunen durchzogen ist. Früher gab es auch noch einen bei uns in der Nähe, aber der ist bereits abgeholzt. Es müssen nämlich 2 Dinge zusammen kommen: ein Gletscher in einem Tal und ein Vulkanausbruch, der den Gletscher mit Asche bedeckt, zum schmelzen bringt. Danach wirkt das Ganze wie ein Schwamm, und der Polylepis kann hier wachsen.

 

Der El Angel Nationalpark ist auch berühmt für seine Frajelones, die Pflanzen unten im Bild, die dicke, samtige Hasenohren-Blätter haben und nur einen Zentimeter pro Jahr wachsen. Rechts sieht man, dass es tatsächlich sehr nass war - wir hatten alle nasse Schuhe bis auf Sigi - bis er in den Bach fiel.

 

In der Gegend dort oben wird viel aus Lehm gebaut; Mauern und Häuser, die dann aus einzelnen Teilen zusammengesetzt werden.

 

Auf der Rückfahrt bekamen wir noch den Karneval im Chota-Tal mit; das ist ein Tal voller Schwarzer, das nicht weit weg von Ibarra auf 1200 Metern Höhe liegt und woher die meisten ecuadorianischen Profifußballer kommen. Ansonsten gibt es dort nichts, aber es wurde ausgelassen gefeiert und mit Schaum aus Sprühdosen, Wasser aus dem Fluss und Farbe gespritzt, dass die Unerschrockenen sich anschließend komplett umziehen mussten.

 

Zu guter Letzt wieder zu Hause: Charlie bettelt um ein Stück Hühnerleber und die "Kirschen" werden geerntet und zu Marmelade verarbeitet. Und Cornelius hat Freude beim draußen essen (Video).