Weihnachten, Neujahr und der Januar

Kurz vor Weihnachten haben wir erstmal viel mit Billie und Charlie gespielt, rechts unsere 3 Babies in einer Kiste in einem Eck vom Garten.

 

An Weihnachten haben wir dann alle zusammen (wir hatten noch Eva aus München und eine Freundin zu Besuch) unseren "kleinen" Truthahn vorbereitet, Kartoffelbrei gemacht, dabei Kakaolikör getrunken und die Krippe geschmückt, und dann waren wir in der deutschen evangelischen Gemeinde in Quito zum Weihnachtsgottesdienst. Clemens hatte seine Lederhose an, natürlich. Zum Essen kamen dann noch ein Kollege mit Frau (Georg und Moni) und 6 Wochen altem Sohn Franz. Wir haben viel gegessen, unter anderem eine exquisite Maracujanachspeise von unserer Marta, und dann brav Weihnachtslieder vor dem Christbaum gesungen.

 

Da es nur in Form geschnittene Hecken oder Plastikbäume gibt, haben wir uns für einen Garten-Nadelbaum entschieden, den wir in einen Topf gepflanzt haben und nun wiederverwenden können. Er musste aus Baby-Gründen auf unsere bayerische Eierkiste gestellt werden - trotzdem schafften es die Hunde, bereits am 1. Tag ein Lebkuchenpferd zu verspeisen.

 

 

Zu Weihnachten gab es eine Autobahn, die sehr gut ankam. Und am 2. Weihnachtsfeiertag haben wir in einer kürzlich eröffneten Bäckerei ("BrotCorp") in Quito gefrühstückt, die ein entfernter Verwandter von Clemens als Hobby eröffnet hat. Das Roggenbrot ist das beste in ganz Ecuador (was nicht schwierig ist) und es gibt eine Spielecke für Kinder - wir kommen wieder.

 

Und am selben Tag haben wir auch noch ein Haus besichtigt, nicht weit weg von uns, aber von Deutschen gebaut und mit viel Holz und um einiges schöner als unser bisheriges. Und es gibt auch einen Weg zum Fluss von der Urbanización aus, den wir gleich ausprobiert haben. Mal sehen, ob wir im Sommer umziehen...

 

Am 27. ging es dann nach ein paar ruhigen Tagen ab in den Dschungel. Da wir zu sechst im Auto waren, haben wir uns einen Dachgepäckträger (ein gutes schwedisches Modell!) zugelegt und die Rucksäcke in Planen gehüllt draufgeschnallt. Zuerst waren wir zwei Nächte in der Liana Lodge in der Nähe von Misahualli, wo man nur mit dem Boot hinfahren konnte.

Dort gab es in den Cabañas keinen Strom, sondern nur Kerzen, und zum Glück auch keine nennenswerten Tiere. Wir haben viel im Fluss gebadet, eine Tierauffangstation besucht (siehe Tukan) und eine abenteuerliche Tour mit Cornelius im Kanu unternommen (wo wir wegen Kentergefahr - wir hatten genug damit zu tun, zu paddeln und auf unseren ungesicherten Sohn aufzupassen - keine Kamera mitgenommen haben).

 

Hier ein Termitennest im Baum, ein Teil unserer Terrasse der Cabaña und ein ohrziehender Cornelius.

 

Bei einem Ausflug zu einer Kichwa-Familie lernten wir einige Pflanzen kennen; unter anderem diese Kakaofrucht. Und wir konnten uns auch im Blasrohrschiessen üben, wobei das Ziel eine kleine geschnitzte Eule war, die zumindest für uns ziemlich weit weg war. Aber es ging dann doch...

Unten rechts noch ein Suchbild mit 3 Affen.

 

Danach waren wir 2 Nächte in Misahualli, ein 700-Einwohner-Dorf am Rande des Dschungels, von wo aus wir Ausflüge unternahmen, z.B. zu einem Wasserfall, was eine sehr glitschige Angelegenheit war. Durch den ständigen Regen ist der Boden so aufgeweicht, dass es (besonders mit Kraxe!) eine eher halsbrecherische Angelegenheit war.

Unten rechts ein Totenkopfäffchen, das leere Flaschen aus einem Abfall am Dorfstrand fischt. Die Affen in Misahualli sind sehr frech und öffnen alles und nehmen es sich. Die Einheimischen lassen sie gewähren und haben ihren Spaß daran (Cornelius hatte ihn auch! Video).

 

Das war unsere Unterkunft, das France Amazonia (weil von einem Franzosen geleitet), das neben einer schönen sauberen (und v.a. luftigen) Cabaña einen schönen Pool und einen riesigen Sandkasten mit Hängematten und Liegestühlen zu bieten hat. Dafür zahlt man 18 $ pro Person mit reichhaltigem Frühstück.

 

 An Sylvester werden hier viejos (die Alten) gebaut, die die Laster des alten Jahres symbolisieren sollen und zu Mitternacht verbrannt werden. Außerdem laufen sehr viele viudas ("Witwen") herum, als Frauen verkleidete, eine Puppe tragende und grell geschminkte Männer, die mit den Leuten flirten und so ihren Alkoholkonsum finanzieren. Witwen sind es deshalb, weil sie mit dem alten Jahr verheiratet waren. Hier ein Video (Cornelius hat sich vor diesen Gestalten so erschreckt, dass er anfing zu weinen, was im Hintergrund zu hören ist, er steckte nämlich hinter der Säule).

Die Kinder errichten untertags Straßensperren, um ein wenig Geld für Süßigkeiten zu erhaschen. Am Abend gab es einen hohen Baumstamm, der mit Fett eingeschmiert war. Diesen sollten die Kinder hochklettern, um die Geschenke, die oben befestigt waren, holen zu können (Video).

Wir haben in der Abenddämmerung ein Bier am Strand getrunken, Cornelius lief friedlich umher (Video) und waren dann noch am Platz, um das Treiben zu beobachten. Und dann um 10 oder 11 im Bett.

 

Im Neuen Jahr machten wir noch einen Ausflug (über eine notdürftig abgedeckte Brücke, über die wir mit unserem Monster von Auto nicht fahren wollten) zu einem 600 Jahre alten Ceibo-Baum. An der Strasse sieht man Kakaobohnen, die getrocknet werden; von dem Baum kann man mit der Kamera natürlich nur Bruchstücke einfangen, da er auch mitten im Wald steht.

 

Und dann traten wir die Heimreise an, wieder 3000 Meter den Berg hinauf. Zwischendrin sieht die Landschaft fast wie in den Alpen aus. Wir hatten einen spektakulären Blick auf den Vulkan Antisana, der vierthöchste Berg Ecuadors mit 5705 Metern, das letzte Mal 1802 ausgebrochen. Da das Wetter hier meistens sehr schlecht ist und die 4 Gipfel zu den eher schwierigeren Touren gehören, werden wir den wohl eher nicht schaffen...

Neben der Strasse sieht man bei Einschnitten oft die einzelnen Bodenschichten, wobei die dunkleren meist aus Vulkanasche bestehen. Wir liegen auch direkt in der Schneise des Cotopaxi; die Lava würde uns in ca. 27 Minuten erreichen. Aber die seismische Aktivität ist ziemlich gut überwacht und wir sind im Notverteiler der Deutschen Botschaft und der Schule. Und falls sich etwas ernsthaftes tut, werden wir hoffentlich vorher ausgeflogen.

Im letzten Bild geht es wieder hinunter in unser Tal, vom Pass noch ca. 1000 Meter hinunter auf unsere angenehme Höhe von 2400 Metern.

 

Wir waren dann noch mal in Quito unterwegs und haben uns zum Beispiel das schöne Stadtmuseum angesehen. Im Raum zur Musik konnte man selber auch Krach machen, was Cornelius natürlich gerne getan hat. (Video)

Von einem Restaurant aus hatten wir einen schönen Blick auf die Seilbahnstation des Pichincha, die man auf 4100 Metern sehr schnell erreichen kann. Da für kleine Kinder nicht erlaubt, waren wir dort oben aber noch nicht. Und vor einer der unzähligen kolonialen Kirchen die geflügelte Jungfrau Quitos auf dem Panecillo, dem "Brötchenhügel".

In den Kirchen findet sich häufig eine Synthese aus andalusischem Barock, dem Werk einheimischer Künstler, (Prä-)Inka- und maurischen Elementen. Rechts unten ein bärtiger Conquistador an einem Außenportal.

 

In manchen Innenhöfen gibt es eingelassene Ornamente aus Schildkrötenpanzern, Perlmutt oder Knochen. Wir haben bisher nur einige Wirbelkörper von Rindern gefunden, suchen aber weiter.

 

Zu guter letzt haben wir noch ein Wochenende auf einer Hacienda zwischen Quito und Mindo verbracht, etwa 2 Stunden von uns entfernt. Diese gehört Eltern einer Schülerin und umfasst 20km²! Da gehören auch Berge dazu. Im und am "Swimming Pool" hat Cornelius sehr gerne gespielt, wenn er auch einmal richtig und einmal fast hinein gefallen ist. (Video)

Es gab viele Tiere, unter anderem auch lange Kolonnen von Blattschneideameisen (Video) und einen Nashornkäfer auf der Terrasse.

 

Wir unternahmen Wanderungen mit Cornelius in der Kraxe, um die Gegend ein wenig zu erforschen. Da es am Nachmittag meist anfängt, wie aus Eimern zu schütten, ist alles sehr grün - und sehr matschig. Wichtig im Nebelwald: Gummistiefel! Die schützen die Füße vor Feuchtigkeit und vor diversen Tierbissen (meist nur Mücken, aber es kann im hohen Gras auch andere unliebsame Zeitgenossen wie Schlangen geben).

 

Einer der Angestellten kletterte extra für uns nachts auf einen Guaba-Baum, um uns ein paar Früchte zu holen. Man bricht die derbe Schale auf und ißt dann die wattig-süßen Hüllen um die Kerne herum. Etwas fad, aber spannend.

Auf der Hacienda wohnen viele Kühe, Schafe, Pferde, Maultiere , Esel, Hühner und 3 Lamas. Das rechts hat uns Bananen geklaut und dann tatsächlich gespuckt, als wir es vertrieben haben. Aber nicht getroffen...

Insgesamt hatten wir ein sehr schönes Wochenende, waren viel draussen, haben Karten gespielt und gut gegessen, und das bei sehr angenehmen Temperaturen, wenn auch hoher Luftfeuchtigkeit. Vielleicht kommen wir ja mal wieder...

 

Bei uns ist - nach einer ungewöhnlichen kalten und nassen Wetterperiode - nun der veranillo, der kleine Sommer ausgebrochen, und wir verbringen viel Zeit draußen. Und Cornelius darf endlich mal selbst essen und trinken und natürlich mit den Hunden spielen. (Video)