Die ersten Wochen

 

Hier war unsere erste Unterkunft in Ecuador, das Cafe con Leche. Das können wir sehr empfehlen!!! Der Garten ist sehr schön und die Gastgeber haben einen Sohn, der nur wenig älter ist als Cornelius.

Ein paar Fotos vom Inneren und von unserem Leben im Cafe con Leche. Wie man sieht gab es auch viel Familienanschluss, was Cornelius und uns gut getan hat. Da wir unser Haus erst Ende September beziehen können, haben wir hier wochenlang wohnen dürfen/müssen.

Cornelius hat gerne im Bett gespielt, wie man hier sehen kann.

Bis wir unser Haus aber gefunden hatten, haben wir aber ca. 20 Häuser betrachtet und vier Maklerinnen beschäftigt.

                                                                                                                                                                              Oben: auch ein guter Freund, ein redendes Plastikding.

 

Das B&B liegt in der Urbanización la Viña. Ruhig und sicher in Cumbayá auf ca. 2.400m Höhe. Quito liegt nochmal 400m höher! Wie man sieht gibt es einen verrückten Hund, die Diva, einen Sandkasten, ein Planschbecken und Cornelius' neuen Freund Malik.

Die beiden sieht man hier beim Baden in einem Video.

 

Cornelius liebt auch die Stereoanlage von Malik, wie das Video hier zeigt.

 

Die Fotos darunter zeigen die Einfahrt zum B&B und den Weg. Hier kann man wunderbar spazieren gehen und sogar auf dem 20km Radweg laufen gehen, wenn man die Puste hat und keinen Bandscheibenvorfall (wie Clemens derzeit).

Hier ein paar Bilder vom Wegesrand. Im Hintergrund der Hausberg des Tales, der Ilaló.

Vor großen Tieren hat Cornelius mittlerweile keine Angst mehr. Kleine Tiere haben Uli und Cornelius doch sehr gestört, Uli hatte nach einer Woche 29 Stiche an einem Unterschenkel.

Aber diese kleinen Fliegen werden angeblich bald weniger, wenn es wieder öfter regnet.

 

In Cumbayá gibt es praktisch alle Geschäfte, die man zum täglichen Leben braucht. Und ein paar besondere.

In der Hauptstraße haben wir ein gutes Mittagsmenü gegessen, für 1,50$ pro Person. Und unser Magen hat gut mitgespielt. Auch die Höhe und den Zeitunterschied haben wir alle drei gut überstanden.

Kollegenkinder gibt es auch, mit denen man sich anfreunden kann. Aber Sandkastenspielen ist eine große Leidenschaft von Cornelius.

Das zweite Photo ist in der Sprachschule aufgenommen, wo wir zuerst Spanischunterricht hatten.

Jetzt ein paar Bilder aus Quito, der Stadt mit der Jungfrau auf dem Panecillo (Brötchen) Hügel (knapp bei 3000m). Der Sage nach die einzige echte Jungfrau Quitos. Quito liegt zentral in Ecuador, umgeben von zwei hohen Gebirgszügen (4000-6300m) und mitten in der Straße der Vulkane (von Humboldt so genannt).

Unser erstes Erdbeben der Stärke 7,2 haben wir auch bereits erlebt, bzw. wir haben es verschlafen und geweckt hat es uns nicht. Bei uns hatte es auch nur noch 5, nochwas.

Bei Nacht ist Quito wunderschön. Im Bild unten eine Stierkampfarena, wo sehr viel los war.

 

Einer unserer ersten Ausflüge ging ins Chiche Tal, dort führt auch der Fahrradwanderweg hin und man kann auch essen. Dass man auch trinken kann sieht man hier gut.

Was uns an den Bäumen und Sträuchern immer wieder auffällt ist, dass sie gleichzeitig Alles durchmachen. Dieser Holunderbaum hat Knospen, Blüten und Früchte!

 

Hier ein paar Bilder von der neuen Schule. Im Hintergrund der Vulkan Pichincha, der Hausberg Quitos (nur 4690m).

Schon am Freitag zwei Wochen vor Schulbeginn gab es ein Seminar für die Neuen, dann eine ganze Woche lang Schule ohne Schüler mit Konferenzen, Fortbildungen, Fachschaftsarbeit und Kennenlernen. Da gäbe es in Deutschland wohl Proteste ohne Ende.
In meinem Stundenplan fest integriert sind jeweils zwei Stunden Fachschaftssitzung in Englisch und Geschichte. Das fördert die Zusammenarbeit sehr. Aber wir werden uns wohl auch nicht immer treffen.
Eine bezahlte Klassleiterstunde habe ich auch, von daher wohl paradiesisch.
Ähnlich paradiesisch ist der Campus mit Kindergarten, Grundschule (bis 6. Klasse), Gymnasium und Berufsschule. Es ist ein riesiges Gelände mit dreizehn großen Gebäuden. Zur Schule gehören ca. 300 Angestellte, darunter auch zwei Krankenschwestern und eine Ärztin (leider nicht Uli) und ca. 1600 Schüler.

Die Gemeinschaft ist sehr gut. Die erste Schulwoche endete mit einer großen Party bei einer Kollegin, die ALLE Schulangestellten in ihr Haus in Quito eingeladen hatte. Die Neuen des letzten Jahres sind stets die Organisatoren. Wir wissen also was wir nächstes Jahr um diese Zeit zu tun haben. Die Feier war auch wirklich gut organisiert mit Parkplatzwächtern und DJ und wir wären gerne länger geblieben. Leider war Cornelius diesem Plan sehr abgeneigt.
Das Wetter spielt auch eine Rolle. Es gibt z.B. auch mehrere "Klassenzimmer" im Freien, die bei Bedarf genutzt werden können. Vormittags regnet es eben nie. Nur in der Regenzeit regnet es nachmittags eine oder zwei Stunden lang. Das größte Risiko bei der Pausenaufsicht ist demnach auch ein Sonnenbrand, ohne Sonnenbrille geht es sowieso nicht.
Für den Stundenplaner bedeutet dies z.B., dass er 13! Sportklassen gleichzeitig einsetzen kann. Da auch kein Religion unterrichtet wird und es auch in der Oberstufe kein Kurssystem gibt, haben die Stundenplaner einen vergleichsweise leichten Job.
Die Klassen haben im Schnitt 20 Schüler. Die kleinste Klasse hat 11 Schüler, die größte 26. Da wird jede Stunde zur Intensivierungsstunde.
Die Schule ist sehr frei in vielen Dingen, z.B. beim Stundenplan, bei der Zeitfestlegung für die Stunden und bei den Zielsetzungen.
Alle Eltern unterschreiben einen gültigen Vertrag mit der Schule, in dem sie die Ziele der Schule anerkennen. Wenn diese Ziele nicht eingehalten werden, dann müssen die Schüler und die Eltern eben auch die Konsequenzen tragen.
Ecuadorianer sind ein wenig sauberkeitsfixiert und so kann es durchaus vorkommen, dass sie pikiert nachfragen, warum das Kind dreckig aus dem Kindergarten zurück kommt, obwohl sie es sauber abgeliefert haben. Spielen im Sandkasten oder überhaupt draußen sind eher ungewöhnlich. Aber die Schule behauptet, dass dies für die Entwicklung der Kinder wichtig ist und dann haben die Eltern eben die Wahl. Entweder die Kinder werden in der Schule dreckig oder sie wechseln die Schule.
Die Deutsche Schule hat einen sehr guten Ruf hier. Aus diesem Grund, und weil es von den Privatschulen noch eine der billigeren ist, schicken viele Ecuadorianer ihre Kinder hierher. Dass sie dabei Deutsch lernen ist eher Nebensache für die Eltern.
Kinder mit rein deutschen Eltern machen vielleicht 10% der Schülerschaft aus, dazu kommen noch vielleicht 20% mit gemischten Eltern. Alle anderen sind reine Ecuadorianer.
In den ersten Klassen sind diese dann auch noch nicht so firm in Deutsch, so dass ich im Anfangsenglischunterricht öfter auch Wörter auf Spanisch geben muss. Die Vokabelhefte sind demnach auch fast immer Englisch-Spanisch.
Das Niveau ist von dieser Gemischtsprachigkeit auch stark beeinflusst. Die englische Aussprache ist für die Kinder sehr schwer zu erlernen, viel schwerer als für deutsche. Und Geschichte auf Deutsch ist eben auch für die meisten Geschichte in einer Fremdsprache. Dafür hat man in der Oberstufe drei Stunden statt zwei.
Zum deutschen Abitur kommen in der Regel zwei Klassen eines Jahrgangs, die auch zusätzlich das nationale Bachillerato machen. Drei Klassen machen allein den nationalen Abschluss. (Link zur Homepage der Schule)

 

Spätestens bei diesem langweiligen Monument merkt man, dass Ecuador tatsächlich am Äquator liegt. Dafür gibt es aber auch cuy (Meerschweinchen) am Spiess.

 

Ein paar Tage verbrachten wir noch in Mindo, 2h entfernt und nur noch auf 1200 Meter Höhe im Nebelwald. Hier konnten wir baden, angeln, in der Hängematte liegen und auch nachts noch ein Bier auf der Plaza trinken, ohne zu frieren. Am Wochenende wimmelt es hier von Quiteños, unter der Woche ist es fast leer.

 

Mit netten Kollegen, die zwei kleine Kinder haben, haben wir dann auch noch den Zoo von Quito besucht. Es klingt zwar ein wenig widersinnig, in einem tropischen Land wie Ecuador tropische Tiere im Zoo zu halten, aber der Zoo ist trotzdem schön. Und viele der Tiere kann man in freier Wildbahn auch nur sehr schlecht beobachten.

 

Es gibt auch Schwimmbäder hier, aber wenn sie nicht beheizt sind, dann sind sie aufgrund der Höhenlage doch etwas kalt. Jede Nacht fällt die Temperatur doch auf 10-12 Grad. Und außerdem kann man es ja auch kaum empfehlen, in der größten Mittagshitze zu Baden. Dazu ist die Sonne dann doch zu stark. Gott sei Dank gibt es aber beheizte Schwimmbäder!!!